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Predigtgedanken im Go!Special am 23. November 2008

„No Tears in Heaven!“ – Vom Leben, Sterben und Hoffen

 

Was kommt nach dem Tod? Wohl kaum eine Frage, die so zum Menschsein dazu gehört – und die wir so weit weg drängen und gerne so tun, als sterben immer nur die anderen.

Da geht es uns so wie dem alten Ehepaar, das von Berlin nach Buxtehude zieht. Und die Frau sagt dann zu ihrem Mann: Wenn einer von uns beiden stirbt, ziehe ich aber zurück nach Berlin.

Der Tod – vielleicht das letzte echte Tabu. Wir müssen darüber reden, weil es uns angeht.

A: Warum das eine schwere Frage ist, die wir trotzdem angehen müssen

B: Wie Christen dieser Frage auf die Spur kommen

C: Worauf kann ich hoffen?

 

A: Warum das eine schwere Frage ist, die wir trotzdem angehen müssen

Was kommt nach dem Tod? Wir müssen wir uns dabei klar machen, dass wir uns auf einem total spekulativen Gebiet befinden. Das heißt, über die Frage, was nach dem Tod kommt, kann man so gut wie alles behaupten, und es ist keiner hier, der aufstehen könnte und sagen: „Das stimmt nicht.“

Natürlich könnten wir sagen: „Das glaube ich nicht”, aber keiner kann eine noch so absurde Behauptung über das, was nach dem Tode kommt, wirklich widerlegen. Hier lässt sich so gut wie alles behaupten. Und es ist nahezu alles behauptet worden, ohne dass das einer wirklich widerlegen könnte. Das heißt, ich kann behaupten, nach dem Tode sei alles aus oder wir werden als Karnickel wiedergeboren oder was weiß ich. Vom Standpunkt der Wissenschaft gesehen stehen alle diese Aussagen prinzipiell auf der gleichen Ebene. Sie sind alle unbewiesen und alle unwiderlegbar.

 

Ich habe hier eine Schachtel mitgebracht. Wenn ich Ihnen jetzt die Frage stelle: „Was meinen Sie, was da drin ist?“ – dann kann der eine sagen: „Ich glaube da ist eine Perlenkette drin.” Der zweite sagt: „Von we­gen, da drin ist ein belegtes Brötchen.“ – das müssen wir erst mal alles stehen lassen. Sie können es alle nicht wissen. Was in dieser Kiste drin ist, weiß nur einer, nämlich der, der es rein getan hat. Und das bin ich.

Und so ist das auch mit dem Tod. Wir können stundenlang herumspekulieren, aber wir soll­­ten uns dabei bewusst sein, dass es leicht ein reines Stochern im Nebel ist, das wir da betreiben.

Für mich ist das wichtig: Wenn Sie über das Leben nach dem Tod irgendwelche Aussagen machen, dann müssen Sie sagen, worauf Sie diese Aussagen gründen. Auf ihre Phantasie – auf Hören-Sagen – auf Wunschdenken–oder was sonst. Eine „Meinung“ zu diesem Thema hat leicht nur Unterhaltungswert.

Selbst wenn alle hier im Raum der Meinung wären, hier drin sei eine Perlenkette, würde das nichts bringen, denn was in dieser Schachtel drin ist, wird nicht per Mehrheitsbeschluss festgelegt. So ist es auch mit der Frage nach dem Tod: Es ist völlig egal, was die Mehrheit meint oder glaubt.

 

Nun könnte ich sagen: „Hören Sie also auf, darüber nachzudenken, Sie kriegen es sowieso nicht raus.” Was diese Schachtel anbetrifft, werden Sie das leicht verschmerzen, wenn Sie es nicht erfahren, was da drin ist.

Anders ist es aber mit der Frage nach dem Tod. Da würde ich das nie sagen: „Hören Sie auf, drüber nachzudenken.” Denn das geht nicht. Sie werden immer wieder drauf stoßen, ob Sie wollen oder nicht. Weil uns die Frage zu tief angeht. Der Tod kreuzt unser Leben immer wieder. Der eigene und der andere Tod. Er kommt so oft als Katastrophe. Und wir fragen uns mit Recht: Was wird aus dem Kostbarsten, was wir in diesem Leben haben und kennen: nämlich aus unserem einmaligen und unverwechselbaren Ich? Was wird aus unserem Persönlichkeitskern, aus unserer Seele? Darum müssen wir diese Frage herausbekommen.

Das heißt: Selbst, wenn wir uns noch so sehr klar machen, dass wir diese Frage nicht aus uns beantworten können, wir werden trotzdem darüber nachdenken. Wir kommen davon nicht los.

Dann also doch: Verdrängen, so gut es geht, wie die Dame aus Berlin?

Tun Sie sich das nicht an! Der Umgang mit dem Tod bestimmt unser Leben hier, mehr als uns bewusst ist. Wenn ich weiß und es mir bewusst ist, dass ich nicht ewig hier bin, werde ich mein Leben anders gestalten. Mir hat das mal sehr bewegt, wie ein Mann zu mir gesagt hat: Wieso musste ich erst Krebs kriegen, damit verstehe, was im Leben eigentlich wichtig ist?

Was begrenzt ist, ist wertvoll. Deswegen ist Gold wertvoller als Sand. Das Bewusstsein unserer Sterblichkeit stößt uns überdeutlich auf die Frage, wofür wir unser begrenztes Lebenskapital einsetzen wollen. Damit wir nicht am Ende sagen müssen: Ich hätte doch weniger Zeit im Büro verbringen müssen – und kann es jetzt nicht mehr ändern.

Der Umgang mit dem Tod bestimmt mein Leben hier – auch in umgekehrt Perspektive. Wenn ich überzeugt bin, dass nichts mehr kommt, dann muss ich hier alles reinpacken – auf Teufel komm raus. Wenn jeden Tag alles endgültig vorbei sein kann und nichts mehr kommt - ich hätte auch keinen Trost, keine Hoffnung auf ein Wiedersehen, dass sich etwas rundet, ich noch etwas sagen kann, was ich hier noch nicht oder nicht mehr konnte – kurz: ich hätte Angst. Deswegen: Auch wenn ich nicht aus mir wissen kann, was kommt – die Frage bleibt – und sie bleibt wichtig für mein Leben hier.

 

B. Wie Christen dieser Frage auf die Spur kommen.

Noch mal zu meiner Schachtel. Ich habe vorhin gesagt: „Nur einer weiß, was hier drin ist.“ In diesem Fall bin ich es. Denn ich habe es rein getan.”

Es könnte ja aber sein, dass mir jemand dabei zugesehen hat. Bei dieser Schachtel könnte das sein. Beim Tod nicht. Kein Mensch hat Gott bei seinem Werk über die Schulter geschaut.

Es könnte sein, dass jemand an dieser Schachtel zumindest geschüttelt oder sogar 'reingeschaut hat. Bei dieser Schachtel anbetrifft – vielleicht. Aber was den Tod anbetrifft, geht das nicht. Der Tod ist kein Kästchen, an dem man einfach mal so schütteln oder in das man einfach so mal rein­schauen kann. Und das ist die Grenze auch dieser sogenannten Nahtod­erleb­nisse. Diese Leute, die Licht und Farben oder auch dämonische Fratzen gesehen haben, waren zwar unmittelbar an der Schwelle des Todes, aber den Tod selbst haben sie nicht erlebt. Sie können uns sagen, wie Sterben ist, aber nicht, was der Tod ist. Sie überschreiten nicht wirklich die Schwelle. Wer einmal „drüben” ist, bleibt drüben. Und wer sagen kann, wie es hinter der Grenze ausgesehen hat, war noch nicht hinter der Grenze. Noch einmal: An dieser „Schachtel“ kann man nicht einfach mal so schütteln.

Es könnte natürlich auch sein, dass ich jemandem verraten habe, was in der Schachtel ist.

Peter, was ist in der Schachtel drin? (---) Woher weißt du das? (---) Na, wissen Sie es jetzt? Die Antwort lautet: Nein, Sie wissen es nicht. Denn es könnte sein, dass Peter Ihnen die Unwahrheit erzählt, weil er einen Spaß macht oder weil er mich falsch ver­standen hat. Es könnte aber auch sein, dass ich Peter die Unwahrheit erzählt habe. Das heißt, um zu wissen, was in dieser Schachtel drin ist, brauchen Sie Glauben. Nicht Glauben an den Inhalt dieser Schachtel, sondern Glauben an Peters Ver­­trauenswürdigkeit.

Ich will nicht sagen, da wäre ich an Ihrer Stelle sehr vorsichtig – aber diese Frage ist zu wichtig, als das man sie auf Menschen bauen könnte.

 

Wenn Peter Ihnen jetzt sagt, das das da drin ist – glauben Sie es? Ich vermute mal, die eine Hälfte ja, die andere nein. Wir haben hier also „Gläubige” und „Ungläubige” – wie überall auf der Welt – aber wissen tut’s immer noch keiner. Dabei muss man ja sagen: Wer nicht glaubt, glaubt auch! Die Trennlinie verläuft nie zwischen Glauben und Wissen, sondern zwischen zwei verschiedenen Arten von Glauben.

Wissen jetzt wirklich beide Gruppen genauso wenig oder genauso viel? Die Antwort ist von einem einzigen Faktor abhängig. Wissen Sie, wel­chem? Es geht allein um Vertrauen. Können Sie Peter vertrauen? Ich vermute: Je besser Sie uns kennen, desto leichter wird die Antwort. Peters Frau wird sagen: Ja ich kenne meinen Mann seit 10 Jahren, dem kann ich vertrauen. Wenn Peter ver­trauenswürdig ist, dann weiß diese Hälfte mehr als die andere. Obwohl sie es – streng wissenschaftlich genommen – natürlich nicht „weiß“. Ist er nicht vertrau­enswürdig, dann wissen beide Gruppen gleich wenig, was in dieser Schachtel drin ist.

Damit bin ich bei meinem Schlüssel zu unserer Frage, und wie Christen ihr auf die Spur kommen:

Christen glauben, dass Gott geredet hat. Dass er gesagt und gezeigt hat, was nach dem Tod kommt. Und sie halten ihn für vertrauenswürdig – weil sie das hier immer wieder erleben.

Genauer gesagt: Christen glauben, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat und dieser Jesus der einzige war, der wirklich auf der anderen Seite des Todes gewesen ist. Von ihm haben wir unser Wissen über den Tod. Ein „Wissen” im streng wissenschaftlichen Sinn ist das natürlich nicht. Aber unser Reden ist kein bloßes Spekulieren, sondern es ist fundiert. Wir glauben den Zeugen der Bibel, und die wiederum glauben es Jesus. Und wir können Gründe herbei­bringen, warum wir Jesus und die Zeugen der Bibel für vertrauenswürdig halten. Genau, wie Sie Gründe haben, ob Sie Peter glauben oder nicht. Ein Beweis ist das nicht, aber je besser Sie Peter kennen und je näher sie sich mit ihm beschäftigt haben, desto besser wissen Sie, seine Aussagen einzuschätzen und die Wahrheit dessen, was er über den Inhalt der Schachtel sagt, zu beurteilen. Je mehr Sie sich mit der Bibel und der Person Jesu beschäftigen, desto sicherer und zuversichtlicher wird Ihr Urteil über das, was uns nach dem Tod erwartet.

Vielleicht merken Sie: Die Frage, „Komm noch was?“, lässt sich nicht theoretisch-gedanklich lösen. Genauso gut können Sie über meine Schachtel den Kopf zerbrechen. Sie kommen der Sache näher, indem Sie den kennenlernen, der etwas in die Schachtel „Leben nach dem Tod“ reingetan hat.

Ob es mehr gibt als unser Leben hier, kriegen Sie raus, wenn Sie Erfahrungen mit Gott machen. Indem Sie den kennenlernen, persönlich. Indem Sie eine Beziehung mit dem eingehen, mit dem reden, auf den hören, mit dem Zeit verbringen. Indem Sie hier im Leben mit dem verbunden sind.

Anders – davon bin ich überzeugt - kann man diesem Thema nicht auf die Spur kommen.

Wenn mich einer fragt: „Ach, und wie begründest du das, dass es keine Reinkarnation, keine Wiedergeburt gibt?” – dann würde ich sagen: „Das kann ich nicht anders begründen als damit, dass Jesus es anders gesagt hat. Und ich habe so oft erlebt, dass das stimmt, was Jesus sagt, dass ich ihm auch das glaube. Es hat so oft gestimmt, was er mir über das Leben sagte, dass ich ihm auch glaube, was er über den Tod sagt.”

 

C. Was kommt also nach dem Tod?

Ich möchte kurz skizzieren, was ich hoffe, worauf ich vertraue, womit ich rechne. Ich sage das in meinen Worten. Aber meine Grundlage, warum ich das so sage, ist, wie ich Jesus, seine Worte und sein Leben, verstehe:

Ich werde sterben. Mein Leben hier ist dann zu Ende. Ich komme nicht wieder. Mein Lebenskapitel hier ist abgeschlossen. Aber es ist nicht alles vorbei. Ich habe eine Zukunft.

Gott wird mich auferwecken. Das, was mich ausmacht – nennen Sie es Seele, Persönlichkeit, Personenkern, geht nicht verloren. Gott, der mich schon einmal hier wollte und geschaffen hat, schafft mich wieder. In einer Dimension, in einer Welt, die mir hier noch verborgen ist. Ich werde wieder einen Leib haben, der mit Sicherheit anders ist, als mein Leib hier. Das meint der Begriff „Auferstehung von den Toten“. Ich werde nicht allein sein. Ich bin bei Gott – viel näher, als ich es hier je könnte. Und ich bin bei den anderen Menschen, viel näher, intensiver und ursprünglicher als es hier je möglich ist. Ich werde das genießen – die Nähe, dieses Zusammensein mit Gott und den anderen – keine Tränen, kein Leid, kein Geschrei. Daher auch der Spruch: Man sieht sich mindestens zweimal. Allerdings auch die, die man hier gar nicht gerne sieht.

Der Übergang von dieser in die neue Dimension, hat eine wichtige Station: Ich muss Rechenschaft ablegen über das, was ich hier getan habe. Ich kann mich dann nicht rausreden. Keinen anderen vorschieben: Ich muss zu dem stehen, was ich getan und gelassen habe. Das ist das jüngstes Gericht, die letzte Beurteilung, der ich je begegnen werde. Und Gott freut sich mit mir über alles, was gelungen ist – wo ich schon hier so gelebt habe, wie es zu ihm passt. Für anderes werde ich mich schämen: für Ausflüchte und Lügen, für Feigheit und Egoismus – für falsche Prioritäten, die ich hier gesetzt habe. Das wird mir richtig weh tun – wie es mir hier schon wehtut, wenn ich ehrlich auf manche meiner Seiten gucke. Der Gedanke daran, beeinflusst mein Handeln manchmal schon hier – und das ist auch beabsichtigt. Das macht mich nachdenklich, aber nicht ängstlich. Denn es gilt: Nichts kann mich von Gott trennen und von seiner Liebe, die er in Jesus Christus gezeigt. Noch nicht mal ich selbst mit meinen Unzulänglichkeiten. Das ist das Fundament. Daran glaube ich. Mehr kann und muss ich nicht tun.

 

Ich weiß, das wird manchen wenig vorkommen. Aber Jesus sagt wenig. Und ich kann nichts dazu erfinden – weil ich noch nicht auf der anderen Seite war. Mir reicht das, um hier leben zu können, gerne und ohne Angst vor dem Tod.

 

 

Ob ich recht habe? Durch Nachdenken werden Sie es nicht rausbekommen. Eine Abstimmung hier in der Kirche hilft auch nicht weiter. Was hilft, ist es etwas anderes: Gott hier kennenzulernen. Zu prüfen, ob das stimmt, was er über das Leben sagt. Ob man ihm vertrauen kann.

 

Ein Rätsel lässt sich nun aber wirklich lüften – was in meiner Schachtel ist.

Eine Karte mit einem Satz, den ich mir gerne in Erinnerung rufe, aus dem letzten Buch der Bibel:

»Jetzt wohnt Gott bei den Menschen! Er wird bei ihnen bleiben, und sie werden seine Völker sein.

Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.

Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben und keine Traurigkeit,

keine Klage und keine Quälerei mehr. Was einmal war, ist für immer vorbei.«

»Jetzt mache ich alles neu!«

 

Ich danke Ihnen fürs Durchlesen.

 

- Matthias Richter

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