Aktuell
Wer wir sind
Gottesdienst
Go!SpecialDas KonzeptDas TeamGo!Special GlaubenskursRückblick
Glaube
Aktivitäten
Paulz
Jugend
Kindertagesstätten
Service
Home > Go!Special > Rückblick > 2011-12-11 > 2011-12-11_Predigt

Predigt im Go!Special am 11.12.2011 - "Die größte Geburtstagsparty der Welt"

Pastor Matthias Schlicht bei seiner Rede an das Geburtstagskind (Foto: Frank Winkelmann).

(Das hier Aufgeschriebene gibt die frei gehaltene Predigt nicht eins zu eins wieder. Es gilt das gesprochene Wort).

Liebe Geburtstagsgäste,
und natürlich und besonders: liebes Geburtstagskind, lieber Jesus.

„Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst…“, so haben wir eben gesungen. Und das ist genau richtig. Wir hätten dich sonst wirklich sehr vermisst. Ich kann das bei mir und in meinem Leben am besten deutlich machen. Ich lernte dich kennen, als ich ein kleiner Junge war. Meine Mutter brachte mich immer ins Bett und sprach dabei ein Abendgebet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen, denn Jesus allein.“

Darüber habe ich schon als kleiner Junge nachgedacht. Denn in meinem Herzen wohnten Mama und Papa, Oma und Opa und die Katze vom Nachbarn. Aber die hieß nicht Jesus. Aber meine Großmutter hat mir dann von dir erzählt. Und die Geschichten fand ich toll: wie du Menschen wieder gesund gemacht hast. Und wie du so vielen hungrigen Menschen etwas zu Essen gegeben hast. (Auch wenn es kein Zwetschkenkuchen war).

Aber dass du sterben musstest, das habe ich als Kind nicht verstanden. Warum wird ein so guter Mensch getötet. Doch ich merkte am Karfreitag, dass alle um dich trauerten. Im Radio wurde nur ernste Musik gespielt und im Fernsehen kamen nur ernste Sendungen. Und Karten oder Würfel spielen, durfte ich auch nicht. Aber dann kam Ostern, und das war für mich als Kind besser als Winnetou. Der starb in den Armen von Old Shatterhand, aber Gott hat dich wieder lebendig gemacht, und so hat er es allen gezeigt. Am besten fand ich natürlich – wie alle Kinder – Weihnachten. Oma sagte, die Leute machen sich Geschenke, weil du ein so großes Geschenk bist. Das fand ich prima.

Dann kam die Schulzeit. Da habe ich nicht viel von dir gehört. Dann der Konfirmandenunterricht, und der war doof, weil der Pastor doof war. Erst später in der kirchlichen Jugendgruppe wurdest du wieder so richtig interessant. Diesmal nicht für Dinge, die du getan hast, sondern für das, was du gesagt hast. Besonders die Bergpredigt fand ich klasse. Damals war die Zeit, als wir zum ersten Mal „Atomkraft – nein danke“ sagte; und der NATO – Doppel(nachrüstungs)beschluss hat uns beschäftigt. Auf den Kirchentagen in Hamburg und Hannover wurde diskutiert, ob deine Worte nicht heute total aktuell sind. „Frieden ist möglich“, schrieb Franz Alt, und wir Jugendlichen waren ganz auf deiner Seite. So beschloss ich, Theologie zu studieren.

Im Studium kamst du dann auf den Seziertisch der Wissenschaft. Ich habe viel über dich gelernt, deine Zeit, dein Land, deine Zeitgenossen, die Art, wie du geredet und gehandelt hast. Und ich habe mitbekommen, was Theologen und andere Menschen in den letzten 2000 Jahren über die erzählt haben. Manchmal super Gedanken und manchmal absoluter Schwachsinn. Fürchterlich, wozu Menschen dich missbraucht haben.

Aber nun bin ich schon seit 20 Jahren Pastor. Und ich erzähle – wie einst meine Großmutter – den Kindern, was du für ein toller Typ bist, ein Freud fürs Leben, auf den sie sich verlassen können. Und den Konfis erzähle ich, dass deine Worte und Taten immer noch ein guter Kompass sind, um das Leben zu bestehen. Besonders berührt mich, wenn Menschen im Sterben noch einmal deine Worte, das Vaterunser, beten wollen. Und für sie ist dein Tod und deine Auferstehung eine ungeheuere große Kraftquelle.

Am meisten bewundere ich aber deine unfassbare Leichtigkeit, deine umwerfende Gelassenheit, deine unendliche Großmut, mit der du uns unser Leben leben lässt. In den Jahren, in denen ich nicht an dich dachte, warst du da, und als ich mich wieder zu dir wandte, warst du auch da. Es gibt Beziehungen, die zerbrechen, wenn man nicht täglich dreimal sms austauscht. Du lässt einen auch jahrelang den eigenen Weg gehen; und wenn ich wieder nach dir frage, stößt du mich nicht zurück.
So wünsche ich dir nun alles Gute. Und ich erhebe mein Glas auf dich und natürlich auch auf deine Gäste. Prost.

(Pastor Matthias Schlicht)

Kontakt

Spenden

Kircheneintritt

Links

Impressum

Seitenübersicht