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Fragen und Antworten des Kreuzverhöres im Go!Special am 25. März 2012

Pastor Lutz Tietje im Kreuzverhör.

Wenn ich nicht kaufe und immer weiter kaufe, dann verlieren doch Menschen ihre Arbeit und sind traurig. Kann das richtig sein?

Dass wir nichts mehr kaufen und alle nur von Luft und Liebe leben, das hat ja niemand behauptet. Die Frage, die ich mir statt dessen stelle ist: Was meine ich alles kaufen zu können und kaufen zu müssen, und was ist aber statt dessen viel wichtiger und mit Geld nicht zu bezahlen? Ist ständiges und ewiges Wachstum tatsächlich das Ziel das zu verfolgen sich lohnt? Und wer bezahlt am Ende dafür. Was ist der Preis für unser ständiges Streben nach Mehr?


Kann meine Lebenstüte nur durch die Gnade Gottes gefüllt werden?

Das ist ja gerade die spannende Frage, was mein Leben wirklich ausfüllt und erfüllt. Für mich ist das der Versuch, aus dem Vertrauen zu Gott und aus der Verbindung zu Gott zu leben, und damit so etwas wie Glück oder Sinn oder Erfüllung zu finden. Damit bin ich mein Leben lang nicht fertig.


Alles, was ich kaufe, wie viel benötige ich davon wirklich? Muss nicht alles produziert werden und macht unseren Planeten „leer“? Sind wir selber die Heuschrecken aus der Geschichte mit der Heuschreckenplage?

Da ist sicher was dran: In dieser globalisierten Welt in der wir heute leben, ist es problematisch, wenn wir uns daran gewöhnen, dass unsere Welt aufgeteilt ist in eine 1. Welt und eine sogenannte 3. Welt. Es ist problematisch, wenn wir uns daran gewöhnen, dass Millionen Euro unserer Steuergelder für Entwicklungshilfe ausgegeben werden, wir aber andererseits nicht bereit sind, für die Schokolade, die wir essen, oder den Kaffee, den wir trinken, einen fairen Preis zu zahlen. Da stößt die Frage das Gegenüber von Arm und Reich in unser Welt an, die uns nicht in Ruhe lassen kann.


Wenn ich alles loslasse, lebe ich dann als Bettler und Bittsteller in der Gesellschaft?

Das ist ja eine Utopie, die Menschen immer wieder versucht haben zu leben. Es gibt das Armutsgelübde in der Geschichte des Mönchtums, weil Menschen davon überzeugt waren, dass wir eigentlich – so wie Luther sagt – Bettler sind, und das uns das näher zum Eigentlichen im Leben bringt, wenn wir uns nicht auf unseren Besitz verlassen. Ich selbst könnte mich nicht dazu entscheiden, so zu leben. Aber die Frage bleibt ja: Welche Bedeutung und welchen Wert messe ich dem zu, was ich besitze und kaufen kann? Da gibt es radikale und weniger radikale Lebensentwürfe, die eine Antwort auf diese Frage versuchen.


Wie kann ich mein Kind stark machen, damit es unseren teilweisen Konsumverzicht als Wert ansieht, auch wenn es damit in der Klasse zum Außenseiter wird (kein Gameboy, keine Wii, kein Handy...)?

Man muss offen darüber sprechen. Denn wir erleben es ja alle, ob alt ob jung, dass wir uns von diesem „Haste was, dann biste was“ immer wieder einfangen lassen. Ich versuche auch mit meinen Kindern immer wieder darüber zu sprechen. Und mir ist wichtig, dass sie etwas erfahren von dem Wert, den sie haben, und den man nicht an den Äußerlichkeiten, an dem, was sie haben, ablesen kann.


Warum macht es oft, mehr Freude, etwas zu verschenken (auch von sich selbst zu geben), als etwas zu bekommen?

Es macht Freude, jemand anderen Wertschätzung zu geben, das „Ich mag dich“ durch ein Geschenk auszudrücken, und das ist immer etwas, was auch mir selbst gut tut, weil ich mich in gelungenen, tragenden Beziehungen erleben will.


Wie kann ich das Vertrauen zu Gott immer mehr lernen?

Das Vertrauen zu Gott, der mein Leben reich macht, übe ich ein ganzes Leben lang ein. Dieses Vertrauen wächst dadurch, dass ich Gott immer wieder hineinhole in mein Leben, durch das Gebet, einen Gottesdienstbesuch oder indem ich mehr von ihm in der Bibel erfahre oder mit anderen Menschen meinen Glauben und meine Sehnsucht nach Vertrauen teile.


Ein Mensch erfährt keine Liebe oder hat keine anderen Dinge, die tragen. Wollen Sie ihm das Shoppen dann auch noch nehmen? Oder soll er nur „bewusster“ leben und alles kommt von allein?

Das empfinde ich als ziemlich hypothetische Frage. Die einfache Gleichsetzung, dass arme Menschen immer glücklicher sind, als reiche, stimmt ja so nicht. Es gibt genauso unglückliche arme Menschen wie es glückliche Reiche gibt.


Es gibt so viel Armut in der Welt. Warum muss Geld für irgendein neues „Outfit“her, wenn das alte doch noch gut ist und das dadurch nicht ausgegebene Geld den Armen zugute kommen könnte?

Das ist die Frage, die wir, die wir in einem der reichsten Länder der Erde leben, nicht loswerden: Die Frage danach, wie wir den Armen helfen können anstatt die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werden zu lassen.


Go!Special liegt doch voll im Trend! Gutes Marketing, Anzeigen, Flyer, Gutscheine, heute Verkaufsshow. Ist das Go!Special-Ziel nur, uns einen Spiegel vorzuhalten? Ist es ein Aktionstag zum Verkauf von Gott und Glauben – mit 0%-Finanzierung für ein erfülltes Leben? Oder ist es, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben?

Den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, wäre diese Go!Special, wenn wir damit Geld verdienen wollten, um uns hinterher damit ein schönes Leben zu machen. Aber wir machen GoSpecial wie all die andere Gemeindearbeit auch, weil wir einen Schatz haben, von dem wir etwas weitergeben möchten: Die Freundschaft, die Beziehung zu Gott, der unser Leben reich macht. Davon wollen wir etwas weitergeben und weitersagen, und das tun wir auch mit allen modernen Mitteln, Flyern, Internet und so weiter.


Wohin soll ich mein überflüssiges Geld geben?

Hierher zu mir! Und ich würde dann den großen Sack voll Geld in das Kapital unserer Paulz-Stiftung geben, damit es über Jahrhunderte hinweg Segen bringen kann.


Ich finde, die Frage ist noch nicht beantwortet: Muss ich nicht doch alle Reichtümer loswerden, äh, verkaufen, um Gott zu gefallen?

Ich denke so nicht, dass ich lebe, um Gott zu gefallen. So als wäre es meine Lebensaufgabe, Gott zu gefallen. Sondern ich glaube, dass die Beziehung zu Gott mein Leben reich macht.


Wie weit kann ich Zeit und Gesundheit kaufen?

Jeder von uns bekommt die gleiche Zeit geschenkt, denn für jeden von uns besteht eine Stunde Leben aus sechzig Minuten, und ein Tag Leben aus 24 Stunden. Da kann ich so viel oder so wenig Geld haben wie ich will. Die Frage ist, was ich mit meiner Zeit anfange. Und natürlich kann ich viel Geld für meine Gesundheit ausgeben, aber erstens ist auch das keine Garantie dafür, dass ich immer gesund bleibe, und zweitens ist auch ein gesunder Mensch nicht immer ein glücklicher Mensch.


Geiz ist geil = Jeder will mehr für kleines Geld. - auf Kosten der Arbeitnehmer der Herstellerländer von Billigwaren. Wie soll ich mich beim Einkauf verhalten, wenn mein Einkommen klein ist?

Auch Menschen mit kleinem Einkommen haben die Wahl, wofür sie ihr Geld ausgeben. Wie groß muss mein Fernseher sein? Muss ich im Januar frische Erdbeeren kaufen? Muss ich jeden Tag Fleisch essen? Jeder kann nach seinen Möglichkeiten zu einer gerechteren Welt beitragen. Und je reicher ein Mensch ist, desto mehr Möglichkeiten hat er dazu und wohl auch desto mehr Verantwortung kann er schultern für eine gerechtere Welt.


Wie kann ich einen anderen Menschen glücklich machen, dem es seelisch dreckig geht, der wenig Geld hat und von anderen gehänselt wird?

Teilen Sie mit ihm, was sie haben und teilen können: Zeit und Aufmerksamkeit, tatkräftige Hilfe und vielleicht auch Geld.

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