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Fragen und Antworten im Kreuzverhör im Go!Special am 22.09.2013

Pastor Lutz Tietje im Kreuzverhör (Foto: Marion Knoop)

Gibt es für Sie einen Unterschied zwischen „dem bösen Menschen“ und „der bösen Tat“ oder gibt es „den bösen Menschen“ nicht? Liebt Gott uns nicht auch mit unserer Schuld?

Ich finde es ganz wichtig, zwischen der Tat und dem Menschen zu unterscheiden. Und ich bin gewiss, Gott tut das auch! Der Mensch ist immer mehr als nur das, was er tut. Gott liebt nicht die böse Tat, aber er hört nicht auf, seine Menschen zu lieben.


Was halten Sie von der These, dass Gott wusste, dass Adam und Eva den Apfel essen würden, damit sie lernen, Gut und Böse zu unterscheiden?

Spannende These! Die Geschichte von Adam und Eva ist so erzählt, dass zum Ausdruck kommt, dass es von Anfang an zu uns Menschen dazugehört, dass wir mit Gut und Böse umgehen müssen und beides auch unterscheiden lernen. Was Gott sich dabei gedacht hat, kann man sich natürlich fragen, aber beantworten kann man diese Frage wohl nicht.


Wie schütze ich mich vor meiner dunklen Seite?

Der erste Schritt ist wohl, zu erkennen und zu akzeptieren, dass es diese dunkle Seite in mir gibt. Und herauszufinden, worin sie besteht, welches die Dinge sind, die mich besonders berühren oder verletzen und warum das so ist.


Wir sind nach Gottes Bild geschaffen. Hat Gott auch eine dunkle Seite?

Gott hat für mich eine Seite, die ich nicht verstehe. Wenn ich Leid erfahre, wenn ich zweifle, wenn ich mich in bestimmten Situationen frage, ob Gott es wirklich gut mit mir meint oder ob da überhaupt ein Gott ist – dann sind das für mich Erfahrungen mit der dunklen Seite Gottes. Es ist also meine Erfahrung, dass ich Gott manchmal nicht verstehe und er für mich dunkel ist. Aber das ist noch lange keine Aussage darüber, wie Gott wirklich ist. Und deshalb halte ich mich lieber an die positiven Seiten Gottes.


Es will sich mir nicht ganz erschließen, warum Gott nicht eine Welt ohne das Böse erschaffen hat.

Gott hat uns als freie Menschen geschaffen. Wäre eine Welt ohne das Böse nicht eine Welt, in der Gott seine Menschen und Geschöpfe nur wie Marionetten zum Guten dirigiert? So ist das Böse, denke ich, auch ein Preis für die Freiheit, die wir haben.


Ist der Maßstab des Bösen in allen Ländern und Religionen gleich? Oder: Empfinden die Näherinnen in Bangladesh ihre Arbeit auch als etwas Böses?

Wenn Kinder in Textilfabriken schuften müssen, dann tragen sie natürlich etwas zum Familieneinkommen bei, was positiv ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das diese Arbeit sie glücklich macht. Natürlich ist die Definition dessen, was böse ist, in unterschiedlichen Kulturen, Traditionen und Religionen und zu unterschiedlichen Zeiten auch verschieden. Man braucht gar nicht so weit weg zu schauen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Es gab in Deutschland Zeiten, da war die gelebte Homosexualität ein Straftatbestand. Das ist heute zum Glück nicht mehr so.


Kann Gott einem Mörder verzeihen?

Ja, ganz gewiss, weil Gott zwischen der bösen Tat und dem Menschen unterscheidet.


Gott wird kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Wie kann ich mir das Jüngste Gericht vorstellen?

Diese Frage kann ich unmöglich in der Kürze beantworten. Allein in der Bibel gibt es viele Vorstellungen davon, wie Gott am Ende der Zeit Gerechtigkeit walten lässt und wir Menschen für das, was wir tun auch Verantwortung übernehmen müssen. Es gibt nicht die eine Vorstellung vom dem, was wir „Jüngstes Gericht“ nennen, und ich fürchte, um die Frage letztgültig zu beantworten, müssen wir warten, bis es am Ende der Zeit soweit ist.


Gut und Böse – das eine kann ohne das andere nicht existieren. Würde das nicht bedeuten, dass sobald es nichts Böses mehr gibt, es auch nichts Gutes mehr gibt? Und umgekehrt: Wenn es nur Böses gibt und nichts Gutes, dann kann es dieses Böse doch gar nicht geben, oder?

Das ist ganz gewiss so: Nur wenn wir erfahren, was böse ist, können wir wissen, was gut ist. Gut und Böse – das eine gibt es nicht ohne das andere.


Wird der Tag kommen, dass das Gute über das Böse siegt?

Ja, das ist unsere christliche Hoffnung, dass dieser Tag kommen wird – am Ende der Zeit, in Gottes Reich, wenn Gott alles in allem ist.


Was hat sie im Moment von all den Nachrichten in Funk und Fernsehen am meisten bewegt?

Die Situation in Syrien, das unglaubliche Leid, der Menschen in diesem Bürgerkrieg, und die schwierige Frage, wie man dort Frieden schaffen kann – ich glaube nicht durch Bomben und Gegengewalt.


Haben Sie das mit der Murmel auch schon selbst gemacht?

Nein, bis jetzt noch nicht. Manchmal, wenn ich ein besonderes Anliegen habe oder einen Menschen, an den ich denken will, dann nehme ich mir als Erinnerung einen kleinen Gegenstand mit in mein Portemonnaie oder meine Hosentasche.

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