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Fragen und Antworten des Kreuzverhörs im Go!Special "Kaum zu glauben - Wunder gibt es immer wieder?" am 20.7.2014

Pastor Lutz Tietje im Kreuzverhör (Foto: M. Knoop)

Hat Jesus denn nun Wasser in Wein verwandelt? Und wofür war es ein Zeichen?

Zur ersten Frage: Ich weiß es nicht. Ich war ja nicht dabei. Zur zweiten Frage: Ich verstehe die Botschaft dieses Zeichens so (ich versuche es mal ganz kurz): Wenn Du es mit Gott zu tun bekommst und ihn in Dein Leben holst, hört die Angst auf, Du könntest zu kurz kommen. Das Leben mit Gott ist kein Trauerspiel, sondern ein Fest, und in diesem Leben ist genug für alle da.


Was würden Sie machen, wenn das „Weinwunder“ tatsächlich in St. Paulus einträte?

Ich glaube, ich habe mir eine gute Portion Skepsis gegenüber Wundern bewahrt. Aber wenn dieses Wunder hier tatsächlich passieren würde, dann hoffe ich, dass ich zusammen mit anderen die Botschaft verstehe. Aus dem Wunder Profit zu schlagen, wäre wohl nicht mein erstes Anliegen.


Lohnt es sich auf Wunder zu warten oder passieren sie einfach?

Es lohnt sich auf Wunder zu warten, und sie passieren einfach. Auf Wunder zu warten, heißt für mich, das Herz und die Augen offen zu halten für das Staunenswerte um mich herum. Und klar, das Wunderbare kann man nicht machen oder herbeizwingen.


An Wunder glauben, setzt das nicht den Glauben an die Allmacht Gottes voraus? Ist das mit moderner Theologie noch vereinbar?

Das ist für mich eine Frage danach, wie man die Allmacht Gottes versteht. Heißt Allmacht, dass Gott alles kann und auch alles tut, was möglich ist? Oder heißt Allmacht, dass Gott zwar alles tun könnte, es aber nicht notwendigerweise auch tut? Ich verstehe die Allmacht Gottes in letzterem Sinne. Aber ich wüsste nicht, warum die moderne Theologie Gott die Allmacht absprechen sollte.


Es kommt mir so vor, als ob Gott seine Wunder ziemlich willkürlich verteilt. Sind Wunder nicht der Beweis für Gottes Ungerechtigkeit?

Ob Gott ungerecht ist, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß, dass es einem gerade in dunklen Momenten so vorkommen kann. Ich glaube aber, dass Gott für jeden von uns genug Wunderbares bereit hält. Wir müssen es nur sehen.


 

Was war das letzte große Wunder, das offiziell von der evangelischen Kirche anerkannt wurde?

Dass ein staunenswertes Ereignis offiziell als Wunder anerkannt wird, ist nur in der katholischen Kirche bekannt. In der evangelischen Kirche gibt es keine Stelle oder Person, die ein Wunder im Namen der Kirche offiziell anerkennt. Denn eine Erfahrung mit Gott ist immer eine persönliche Erfahrung, für die es keine offizielle Bestätigung geben muss oder kann.


Was haben in der Dekoration des Altarraumes der Regenbogen und die Blumen mit dem Gottesdienst zu tun?

Hier vorne im Altarraum sehen Sie eine kleine grüne Oase, so staunenswert und unwahrscheinlich wie eine Oase mitten in der Wüste. Und der Regenbogen ist ein Himmelsphänomen, das seit jeher Menschen in Staunen versetzt hat. In der Bibel in der Geschichte von der Arche Noah wird er als ein Zeichen von Gott verstanden, dass Gott seine Erde und seine Geschöpfe nicht verlassen oder vernichten will, sondern die Erde in ihrer Grundordnung schützt.


Können wir z.B. wundertätige Ikonen oder Ereignisse mit Gott in Verbindung bringen? Dürfen wir sie als Gotteszeichen ansehen?

Dass Menschen in der Meditation einer Ikone oder auch anderen Ereignissen eine Erfahrung mit Gott machen, kann ich mir gut vorstellen. Ich wüsste nicht, warum ich das anzweifeln sollte. Ich würde aber nicht so weit gehen, eine Ikone an sich als „wundertätig“ zu deklarieren.

 

 

Wenn ich an Wunder glaube, muss ich andererseits damit rechnen, dass keins geschieht? Ist es nicht besser, den Tatsachen nüchtern ins Auge zu blicken, statt vielleicht darüber grübeln zu müssen, warum Gott mir kein Wunder gönnt?

Ich würde zurück fragen: Was heißt, den Tatsachen nüchtern ins Auge zu blicken? Kann ich dann besser das Wunder begreifen, dass da ein Mensch ist, der mich liebt, welch ein Geschenk meine Kinder sind oder warum ich heute morgen gesund wieder aufgewacht bin?


Oskar hat eine wundervolle Gabe von Gott geschenkt bekommen. Was hilft uns im Trubel des Alltags mit all seinen Problemen, ein Stück dieser Gabe in uns zu finden, damit wir auch die Zeichen und Wunder wahrnehmen.

Mir hilft es im Trubel des Alltags inne zu halten, oder auch am Ende eines Tages mir fünf Minuten Stille Zeit zu gönnen. Dann auch bewusst auf das zurück zu blicken, was schön war, was gelungen ist, was auch scheinbar selbstverständlich ist. Das Gelingen und das Schöne zu sammeln, ist etwas, was man sich angewöhnen kann, und was mir neu die Augen öffnet. Und ich kann Gott darum bitten, mir die Augen und das Herz für seine Gegenwart und die kleinen und großen Wunder zu öffnen.


Welche Eigenschaften, Verhaltensweisen usw. machen uns zu einem Zeichen für Jesus, das Nichtchristen lesen können?

Gott lieben und meinen Nächsten wie mich selbst – das möchte ich leben, und ich denke, das strahlt auch nach außen aus – im persönlichen Leben und im Leben einer Kirchengemeinde.



Auf einigen Karten standen keine Fragen, sondern Kommentare, die ich hier wiedergebe:


Danke! Vor zwei Jahren hatte mein Leben keinen Sinn mehr. Gott hat mir in letzter Zeit viel geholfen, heute schaue ich nur noch nach vorne. Das Leben ist so einzigartig. Wunder gibt es wirklich. Das größte Wunder sind wir selbst. Darum schaut in den Spiegel und lächelt.



Ich wundere mich sehr: Ich habe keine Fragen mehr.

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