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Home > Go!Special > Rückblick > 2015-03-22 > 2015-03-22_Kreuzverhoer

Fragen und Antworten des Kreuzverhörs im Go!Special am 22.3.2015: "Tat das not? - Das Kreuz mit dem Kreuz"

 

Was bedeutet es für jemanden, das Kreuz am Hals als Anhänger zu tragen? Nur Schmuck, oder tatsächlich Zugehörigkeit und Glaube an Gott?

Das muss man natürlich denjenigen fragen, der es trägt. Es gibt sicherlich viele, die sich dazu ihre Gedanken gemacht haben, wenn sie ein Kreuz tragen. Für manche mag es ein Bekenntnis sein, für andere ist es vielleicht nur ein Schmuckstück. So oder so freue ich mich, wenn das Kreuz sichtbar wird.


Warum musste Jesu Tod so grausam sein?

Der Tod Jesu war so wie er war. Man kann sich vielleicht ein noch grausameres Sterben vorstellen oder eine weniger grausames wünschen. Aber es ist so passiert, wie es passiert ist. Ob es so sein musste, weiß ich nicht. Aber die Botschaft dahinter ist mir wichtig: Dass Gott Mensch wird, dass er auf meine Seite kommt, bis in die letzte Konsequenz hinein.


Starb Jesus für uns am Kreuz zur Vergebung unserer Schuld?

Ich habe versucht, das in meiner Predigt auszudrücken, wie Vergebung funktioniert – jedenfalls was ich davon verstanden habe: Dass man eine böse Tat erleidet und durch die Schuld hindurch die Hand ausstreckt um des Menschen willen, den man nicht verlieren möchte. Das ist das, was am Kreuz passiert. So vergibt Gott unsere Schuld. Nicht so, dass ein anderer die Strafe erlebt, die ich eigentlich verdient hätte, und damit sei die Sache für mich erledigt.


Wie fühlen Sie sich, wenn sie mit anderen Menschen über das Thema „Tod“ sprechen?

Wenn ich mit anderen Menschen über den Tod spreche, sind das oft keine einfachen Gespräche und auch traurige Situationen. Aber ich finde es wichtig, dass wir über den Tod sprechen, und ihn nicht verschweigen oder tabuisieren. Denn es hilft uns zu leben, und das Leben mit anderen Augen zu sehen, zu wissen, was zählt, was wichtig ist, was Kraft gibt. So wie es in dem Psalm 90 heißt, wo einer zu Gott betet: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“. Das meint ja nicht, dass wir intelligenter werden, sondern dass wir lebens-klüger werden, wenn wir uns mit dem Tod auseinandersetzen.


Ist es möglich, aufgrund von real vorgekommenen Wunderheilungen einen Anspruch auf Heilung abzuleiten?

Klare Antwort: Nein. Einen Anspruch auf's Leben oder Heilung oder Liebe von wo auch immer abzuleiten – ich wüsste nicht, wie das gehen sollte.


Ich habe des öfteren „zugeschlagen“ in den letzten Monaten, mich Knall auf Fall von Menschen getrennt, die mir nicht gut taten. Ich bereue das nicht. Obwohl ich Christ bin. Darf ich anderen weh tun?

Diese Frage kann ich ohne wissen um die konkrete Situation und die beteiligten Menschen nicht wirklich beantworten. Ich würde es hier so im allgemeinen ersteinmal mit der goldenen Regel halten: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch keinem andern zu.


Wie kann Gott im Tod beistehen, wenn Jesus sich am Kreuz verlassen fühlte?

Jesus hat sich so verlassen gefühlt, wie wir uns manchmal von Gott und der Welt verlassen fühlen. Das ist es aber, was ich nach der Geschichte von Karfreitag und Ostern glauben will: Dass es keinen gottverlassenen Ort und keinen gottverlassenen Menschen auf der Welt gibt. Dass Gott an meiner Seite ist, auch wenn ich nichts davon spüre.


Mehrere Fragen drehten sich um den Umgang und unsere Antwort auf Gewalt – insbesondere im Blick auf terroristische Anschläge, die wir aus den Nachrichten kennen. Ich gebe die Fragen hier gesammelt wieder:

Bei den Feinden bleiben, sich gewaltlos entgegen setzen. Ja, aber... Bei IS-Terroristen geht das nicht?

Eingedenk der Kreuzzüge – Kann man im Namen des Kreuzes jetzt die IS-Terroristen mit Gewalt bekämpfen?

Heißt das Aushalten und Nichtanwenden von Gewalt für die Christen im Iran und in Syrien, dass sie sich vom IS abschlachten lassen sollen?

Muss ich denn alles aushalten? Alles ertragen? Wann darf ich mich wehren?

Die Frage nach dem Umgang mit Terroristen oder anderen Gewalttätern kann ich hier nicht mal eben in Kürze beantworten. Natürlich darf man sich wehren. Natürlich muss man versuchen, Gewalttaten zu verhindern. Und doch bleibt die spannende Frage: Wie schaffen wir es, das Böse zu überwinden und den Bösen zum Guten zu bringen? Ich glaube nicht, indem wir draufhauen und Gewalt mit Gewalt beantworten. Sich zu wehren, draufzuhauen kann allenfalls eine vorletzte Antwort sein.


Viele weitere Fragen drehten sich um die berühmte Frage nach dem „Warum“, zum Beispiel diese:

Wieso lässt Gott so viel Leid und Ungerechtigkeit auf der Welt zu?

Wie kann man es verstehen, dass nicht alle Menschen alt werden dürfen?

Wie erklären Sie, dass Gott es zulässt, junge Menschen durch einen schuldlosen Unfall aus dem Leben zu reißen?

Auch hier gibt es keine Erklärung, die ich mal eben so vortragen könnte. Zur Frage nach dem Leid und nach dem Bösen haben wir hier in St. Paulus schon zweimal einen Go!Special gestaltet (siehe Rückblick). Für mich ist die Frage nach dem Warum gar nicht so wichtig. Wichtiger für mich ist die Frage, wie wir mit dem Leid leben können.

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