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Die Fragen und Antworten im Kreuzverhör des Go!Special am 29. Januar 2017

(Gleiche oder ähnliche Fragen sind unten zusammengefasst beantwortet)



Was sagen Sie einem Menschen, der sich von Gott verlassen fühlt? Jemandem, der Angst vor der Zukunft hat?

Warum gibt es auf der Welt Kriege und Hungersnöte und warum tut Gott nichts dagegen? Warum sterben unschuldige Menschen (Kinder)?

Woher weiß ich, dass es einen guten Gott gibt, wenn täglich so viele schlimme und ungerechte Dinge passieren? Warum lässt Gott die Dinge zu, die uns Angst machen?

Die Frage nach dem Leiden, dem Gefühl, von Gott verlassen zu sein, und nach dem „Warum“ - das ist ein Thema für sich. Wir haben auch schon einen ganzen Go!Special dazu gemacht (am 10. März 2013, siehe Rückblick). Hier möchte ich nur noch einmal eine Erkenntnis aus der Geschichte aus dem Matthäusevangelium erwähnen, die mir wichtig ist. Da wird ja von dem Sturm erzählt, in den die Jünger geraten, und mitten in diesem Sturm erleben sie durch Jesus, der zu ihnen kommt, die rettende Gegenwart Gottes. Das heißt, die rettende, heilsame, liebende Gegenwart Gottes besteht für uns Menschen nicht darin, dass „Stürme“, also Leidvolles, gar nicht erst aufkommen, sondern in den Stürmen erfährt man sie. Glaube an Gott hat also nichts zu tun mit einer Garantie für ein sorgenfreies Leben, sondern viel mehr, mit dem Vertrauen, auch in allem Schwerem von Gott gehalten und getragen zu sein.


Wie kann ich Menschen, die kein Vertrauen in Gott haben, helfen, ihre Lebensängste zu meistern?

Auch für jemanden, der mit Gott und dem Glauben nichts anfangen kann, gilt: Die Kraft gegen die Angst ist das Vertrauen. Und auch hier bleibt die Frage: Woher nimmst du deine Kraft, dein Vertrauen? Wie nährst du es? Hier ist mir der Glaube an Gott eine große (aber nicht die einzige) Quelle.


Wenn ich reale Ängste habe, kann ich meistens bewusst etwas dagegen tun. Wie erkenne ich mir unbewusste Ängste?

In der Tat kann es eine Aufgabe sein, sich der eigenen Ängste erst einmal bewusst zu werden. Ich denke, das kann gelingen, indem ich achtsam bin für bestimmte Symptome, z.B. körperliche (Schweißausbruch, Herzklopfen) oder auf der Gefühlsebene (Wut, Ärger) oder durch bestimmte Impulse, die ich verspüre (eine Aufgabe ständig aufzuschieben, Fluchttendenzen). Manchmal hilft vielleicht auch das Gespräch mit einer vertrauten Person, um zu erkennen, dass und welche Angst hinter einem bestimmten Gefühl oder einem Verhalten steckt.


Selbst wenn wir uns unserer Liebe zu Gott ganz sicher sind, ist es im Alltag so schwer, zu vertrauen. Warum ist das so?

Das ist wahrscheinlich so, weil die Angst zu uns Menschen gehört und auch eine ganz natürliche Reaktion ist, und wir nie fertig werden mit der Aufgabe, ihr etwas entgegenzusetzen. Genauso ist es eine lebenslange Aufgabe, das Vertrauen zu nähren und zu stärken.


Welche „Angst“ hatten Sie, als Sie sich in der Gemeinde St. Paulus vorstellten?

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich mit Angst hier in St. Paulus beworben habe. Es war aufregend, das ja, aber ich hatte keine Angst vor der Bewerbung.


Wie soll man sich seiner Angst stellen, wenn man eine richtige „Phobie“ oder ähnliches hat?

Wenn mit „richtiger Phobie“ gemeint ist, dass es eine Angst ist, die einen Menschen massiv am Leben hindert und deshalb in den Bereich gehört, die in der Psychiatrie als „Angststörung“ bezeichnet wird, dann ist hier sicherlich professionelle therapeutische Hilfe angezeigt.


Werden wir mit Angst geboren? Angst macht uns schwach. Verzeiht Gott, was wir aus Angst falsch machen, wenn wir uns sogar gegen ihn versündigen?

Ich glaube nicht, dass wir mit Angst, sondern mit einem großen Urvertrauen geboren werden. Ein Neugeborenes lebt in dem (unbewussten) Vertrauen, einfach weil es da ist, geliebt und versorgt zu werden, und es lernt erst mit der Zeit, dass dieses Vertrauen auch enttäuscht werden kann, weil die Erwachsenen zu indisponiert oder mit anderem beschäftigt sind. Andererseits ist die Angst aber auch eine natürliche (und oft auch lebensrettende) Reaktion auf eine unmittelbare konkrete Gefahr oder Bedrohung, die genetisch verankert ist. Insofern könnte man vielleicht auch sagen, dass wir mit der Fähigkeit, Angst zu empfinden, geboren werden.

Zum zweiten Teil der Frage: Ich denke, dass Gott liebt und verzeiht, und glauben heißt, genau darauf vertrauen. Deshalb halte ich es mit Martin Luther, der einem Freund, der ein großer Zauderer war aus Angst vor Fehlern, gesagt hat: „Sündige tapfer – aber glaube noch tapferer!“ Für mich heißt „tapfer glauben“ eben auf einen liebenden, gnädigen Gott vertrauen. Und dann den Mut zur Tat zu haben – nach bestem Wissen und Gewissen, also „tapfer sündigen“. Oder wie es Dietrich Bonhoeffer mal gesagt hat: „Der größte Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“


Todesangst und Vertrauen? Passt das?

Ja, das passt, denn die Angst vor dem Tod ist – so denke ich – sehr stark und präsent. Um so nötiger ist das Vertrauen, dass ich auch durch den Tod nicht verloren gehe. Mein Glaube ist, dass wir Menschen auch und gerade im Tod erfahren, was schon im Leben gilt: Dass wir zu Gott gehören und in seiner Hand gehalten sind.


Wie kann man eine Gemeinschaft bilden mit Menschen, die auch Angst haben, um sich dann gegenseitig von dieser Angst heilen zu können?

Ich vermute, die Frage zielt auf so etwas wie eine Selbsthilfegruppe für konkrete Ängste oder Angstprobleme? Das ist sicher eine gute Möglichkeit sich gemeinsam mit Gleichgesinnten auf den Weg zu machen.


Wovor haben Sie Angst?

Vor was haben Sie Angst? Gibt es einen Grund?

Ja, ich habe auch meine Ängste (große Spinnen zum Beispiel finde ich mindestens sehr sehr unangenehm), aber meine ganz persönlichen Ängste werde ich nicht im weltweiten Internet veröffentlichen.


Hat Vertrauen etwas mit Frieden zu tun?

Interessante Frage. Ich vermute, Vertrauen und Frieden haben sehr viel miteinander zu tun, aber das kann ich nur im Blick auf konkrete Situationen beantworten und nicht so allgemein und abstrakt.


Sind Angst und Furcht dasselbe?

Häufig werden beide Begriffe synonym verwendet. Aber ich würde sagen, „Angst“ ist der eher abstrakte, allgemeine Begriff. „Furcht“ bezieht sich mehr auf einen realen, wirklichen Gegenstand oder eine Person oder eine Situation, also auf etwas Konkretes, das als eine Bedrohung wahrgenommen wird.


Aber Vertrauen, das braucht doch auch Erwiderung, sonst läuft es ins Leere. Wie sehe ich das?

Ich sehe das auch so, und dennoch bleibt Vertrauen, das enttäuscht wird, dennoch Vertrauen. Und Vertrauen ist eben immer ein Wagnis.


Bad news are good news. Wie viel Angst wird durch die Berichterstattung in den Medien geschürt? Kann eine konstruktive Berichterstattung helfen? Aufklärung? Es gibt mehr Tote durch Verkehrsunfälle als durch Terror!

Das ist zweifelsohne so, dass man Angst auch schüren kann, erst recht durch einseitige oder gar falsche Informationen, und dass es ebenso hilft, die Realität ins rechte Licht der Fakten zu rücken.


Die Angst auf See kann ich mit dem Vertrauen auf das Schiff ausgleichen. Der Angst vor den Entscheidungen von Putin, Trump und Erdogan hab ich nichts entgegen zu bringen. Ein Vertrauen in Gott macht es dann doch nur leichter, oder?

Es macht mir Angst, wenn ich Trump mit seinen Lügen und seinem primitiven Verhalten erlebe. Welche negative Vorbildfunktion für Kinder, Jugendliche und labile Erwachsene!

Haben Sie Angst vor Trump?

Ja, ich habe Angst vor Trump, aber ich glaube doch, dass wir etwas dagegen tun können, nämlich: Eintreten für die gleiche Würde aller Menschen. Die Stimme erheben gegen die pauschale Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion oder Hautfarbe. Keine narzisstischen Politiker wählen, die mit Nationalismus, mit der Angst vor Fremden, vor Terror versuchen, Stimmen zu fangen.


Glauben Sie auch, dass wir unsere Worte/Sprache überprüfen müssten, um nicht der Angst Vorschub zu leisten? Gott hat uns Sprache und Gehirn gegeben.

Ja, da stimme ich zu.


Die „Deutsche Angst“ ist oft diffus. Wie kann ich damit fertig werden?

„German Angst“ bezeichnet das Phänomen der grundlosen Angst oder Besorgtheit, das von vielen Beobachtern besonders aus dem angelsächsischen Raum als typisch deutsch empfunden wird. Ich kann die Frage nicht anders beantworten als mit dem Verweis auf das, was ich in der Predigt gesagt habe.



Es wurden auch einige Karten abgegeben, auf denen Besucher eher Kommentare als Fragen aufgeschrieben haben:



Angst bedeutet Verlust des Vertrauens in die Ehrlichkeit der Mächtigen. Kontur ist unbedingt notwendig. Wem kann man folgen, wenn nur egoistische Ziele verfolgt werden? Fürchtet euch nicht, aber seid wachsam.


Die Angst von Menschen, die in eine Depression geraten – jeder von uns kann das sein – das ist die Aufgabe der „Brücke e.V.“ Und das geht – wir schaffen das! Der erste Schritt ist Vertrauen schaffen.


Ich bin besorgt, wie es Lehrer und Schulleiter leisten sollen, traumatisierte und aggressive SchülerInnen zu unterrichten. Flüchtlingskinder, die z.B. noch nicht einmal das Alphabet beherrschen, sitzen z.B. in der 3. Klasse. Spätere Isis-Angehörige?

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