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Die Fragen und Antworten des Kreuzverhörs im Go!Special am 14.05.2017: "Hast du schon gehört? - Die Lust am Lästern"

Pastor Lutz Tietje im Kreuzverhör (Fotos: M. Knoop)

 

 

Sie haben nur über Lästerer, den Täter, gesprochen – sehr verständnisvoll übrigens. Was ist mit den Opfern? Wir wissen doch, wie übermächtig „Mobbing“ in unserer Gesellschaft, Schule, Arbeit und Kirche wird.


„Mobbing“ ist nicht einfach dasselbe wie Lästern. Der Begriff „Mobbing“ ist ein Modewort, und man muss immer im konkreten Fall sehen, was genau mit diesem Begriff gemeint ist. Wenn jemand wiederholt das Ziel von Lästereien wird oder gar systematisch mit Worten verletzt und respektlos behandelt wird, dann kann man nicht einfach zusehen, finde ich. Den Opfern beizustehen und sie zu unterstützen, ist unbedingt wichtig.



Wie kann man jemandem, der ständig lästert, den Wind aus den Segeln nehmen, ohne gleich zum Lästerobjekt zu werden?

Was kann ich tun, wenn in der eigenen Familie der eine über den anderen lästert? Welche Botschaft kann ich ihnen vermitteln? Es stört mich sehr.


Ich würde in so einer Situation deutlich sagen, was ich von solchen Lästereien halte, wie sehr mich das stört und dass ich für Geschichten und Anekdoten, die weder wahr noch notwendig noch gut sind (im Sinne der drei Siebe von Sokrates) kein Ohr habe.



Ist Gotteslästerung die Steigerung von „lästern“?


Jedenfalls ist Gotteslästerung eine Form von Lästern in dem Sinne, wie ich es in der Predigt erläutert habe. Ob es eine Steigerung ist, bin ich mir nicht sicher. Es kommt wohl darauf an, wie über Gott gelästert wird.



Lästern nur Mädchen oder auch Jungs?


Ich glaube nicht, dass es hier einen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt.



„Wer sich bremst, dem quietscht die Seele“, sagt der Volksmund. Muss man sich nicht mal so richtig über andere auskotzen können, damit man wieder ins Reine kommt? Es gibt doch wirklich so viele „spezielle Mitbürgerinnen“.

Könnte man Lästern nicht auch als eine Art „Psychotherapie“ bezeichnen?

Lästern als Abbau von Ärger im Arbeitsalltag – das gehört dazu und hilft, da man danach besser über das eigentliche Problem nachdenken kann. Lästern ist also notwendig.

Ist Lästern generell schlecht?


Auf all diese Fragen kann ich antworten: Ja, das Lästern hat auch eine heilsame, entlastende, befreiende Wirkung, wie ich es in der Predigt beschrieben habe. Aber es verändert nichts zum Guten. Ich glaube nicht, dass Lästern notwendig ist. Ich glaube auch nicht, dass sich mit Lästern Konflikte wirklich lösen lassen. Die Beziehung zu den Menschen, über die ich mich geärgert habe oder über die ich mich lustig mache, stärkt es ganz gewiss nicht. Das„Sich-auskotzen“ gegenüber Dritten mag zwar wohltuender Blitzableiter sein, aber ins Reine kommt dadurch nichts.



Gibt es nicht auch Abstufungen? Müssen wir alle mit einem Heiligenschein herumlaufen? Die Bibel erzählt aber auch von ganz viel fehlerhaften Menschen.


Es geht mir nicht um einen Heiligenschein, sondern darum, wie ich anderen den Respekt und das Verständnis gegenüber bringe, das ich mir auch für mich selbst wünsche. Dass wir alle Fehler machen, bestreitet niemand. Die Frage ist aber, wie wir damit umgehen.



Was ist der Unterschied zwischen Lästern und Kritik üben (auch an einem Dritten)?


Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen dem Lästern und dem Kritiküben. Das Lästern zum Beispiel vermeidet gerade die direkte Konfrontation mit dem, der zu kritisieren ist. Grundsätzlich gehört jede Kritik immer zu dem Adressaten, den sie betrifft. Und Kritik heißt gerade nicht, einen Menschen grundsätzlich schlecht machen zu wollen.



Was ist mit Satire, Kabarett usw.?

Sind comedy und Kabarett nicht auch eine Form von Lästern? Folge für unsere Gesellschaft?


Auch hier gibt es solche und solche Formen von Satire, Kabarett oder Comedy. Manches mag Geschmackssache sein, aber wenn es darauf hinausläuft, Menschen bloßzustellen, zu verletzen oder zu entwürdigen, dann ist für mich die Grenze des guten Geschmacks überschritten.



Ganz ehrlich, Herr Pastor: Wie halten Sie es mit dem Lästern?

Ich bin auch anfällig für das Lästern. Das merke ich besonders in solchen Situationen, wenn mich das Lästern neugierig macht. Wenn ich zum Beispiel auf dem Kirchplatz stehe und mich mit jemanden unterhalte, und drei Meter weiter stehen zwei andere Menschen, die sich unterhalten und anfangen, über jemanden zu lästern. Dann bekomme ich solche Ohren und kann mich kaum noch auf mein Gespräch konzentrieren, weil ich mitbekommen möchte, was da gelästert wird.



Es wurden auch einige Karten abgegeben, auf denen Besucher eher Kommentare als Fragen aufgeschrieben haben:

 

Wäre doch langweilig ohne Lästern, oder? Lust am Leben habe ich trotzdem!


Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Dann ist kein Raum für das Lästern.

 

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