Aktuell
Wer wir sind
Gottesdienst
Go!SpecialDas KonzeptDas TeamGo!Special GlaubenskursRückblick
Glaube
Aktivitäten
Paulz
Jugend
Kindertagesstätten
Service
Home > Go!Special > Rückblick > 2017-10-22 > 2017-10-22_Kreuzverh

Die Fragen und Antworten des Kreuzverhörs im Go!Special am 22.10.2017: "Das ist mir heilig! Woran du dein Herz hängst"

Pastor Lutz Tietje im Kreuzverhör (Foto: M. Knoop)

Was ist Ihnen besonders heilig? Woran haben Sie Ihr Herz verloren?

Dazu könnte ich lange und viel erzählen, das geht nicht in einer Minute. Deshalb gebe mal eine kurze Antwort: Erdnüsse.



Kann man nicht auch glücklich sein, ohne sein Herz an etwas zu hängen, ohne sich hinzugeben?

Ich glaube tatsächlich, dass es ohne Hingabe kein Glück, keine Erfahrung von Liebe oder Sinn gibt. Wer alles bei sich und für sich behalten will, bleibt am Ende allein und das Herz verkümmert.



Was haben Sie mit dem Bild vom Fliegen gemeint? Ist es nicht leichtsinnig, den Boden unter den Füßen zu verlieren?

Natürlich ist es wichtig mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen. Aber wenn Leben nicht verkümmern und stillstehen soll, dann ist jeder Tag mit einem Risiko verbunden. Vertrauen zu wagen, ist ein Risiko, aber ich werde Vertrauen nicht leben können, wenn ich es nicht wage. Auf Gott zu vertrauen, ist ein Risiko, aber ich werde nicht anders herausfinden, dass der Glaube trägt. Ich werde nicht schwimmen lernen, wenn ich nicht ins Wasser gehe, nur weil das Risiko besteht, das ich auch untergehen könnte.



Was ist der Sinn des (menschlichen) Lebens? Tun, machen, genießen, erleben?

Ich glaube nicht, dass es DEN Sinn des Lebens gibt, sondern das Leben als sinnvoll zu erfahren ist immer eine ganz persönliche Erfahrung, die nicht für alle Menschen gleich ist, und die auch nicht zu allen Zeiten gleich ist. Es macht mein Leben sinnvoll, wenn ich erfahren kann, dass mein Leben einen Wert und eine Würde hat, dass ich etwas bewirken kann. Den Sinn meines Lebens „habe“ ich nicht, so dass ich ihn in die Tasche stecken und meinem Nachbarn zeigen könnte. Sondern Sinn erfahren, erlebe ich dort, wo ich Hingabe lebe und viel empfange.



Was ist mir heilig? Warum nur der Singular? Mir liegt manches am Herzen!

Mir sind auch viele Dinge, Gedanken, Menschen wichtig. Natürlich. Der Singular bezieht sich auf den Ausspruch Luthers, in dem er danach fragt, was dein Gott ist? Also der Eine, der dein Leben geschaffen hat, der dich trägt und erlöst, aus dessen Liebe du leben und in dessen Liebe du sterben kannst.



Wie schaffe ich es, nicht „stumpf“ im Herzen zu werden bei meiner täglichen Arbeit und sie weiterhin mit Hingabe zu tun?

Hier kann ich keine allgemeingültige Antwort für alle Menschen und alle Arbeit geben. Bei der Arbeit nicht stumpf im Herzen zu werden, setzt voraus, dass ich in meiner Arbeit erleben kann, dass ich etwas sinnvolles tue, dass ich etwas bewirken, zum großen Ganzen beitragen kann, dass ich etwas leisten kann und mich als wertvoll und nützlich erlebe. Davon etwas erleben zu können, darauf würde ich achten.



Müssen wir mit einem Atomkrieg rechnen bei der politischen Situation in den USA? Das Herz hängt am Frieden?!

Für eine politische Analyse ist hier leider nicht der Platz. Ich persönlich glaube nicht, dass ein Atomkrieg wahrscheinlich ist, weil ich sowohl die Regierenden in den USA und in Nordkorea für noch so vernünftig halte, dass sie diesen letzten Schritt nicht riskieren werden.



Ein erwachsener Sohn entfernt sich von den Eltern. Soll man ihm Zeit geben und abwarten, oder was können die Eltern tun, damit der Kontakt nicht ganz schwindet.

Es ist schwer, ohne wirklich konkretes Wissen um die genaue Situation hier eine passende Antwort zu geben. Grundsätzlich scheint es mir sinnvoll, wenn die Eltern den Kontakt halten und sozusagen die Hand ausgestreckt lassen und signalisieren: Du bist uns wichtig. Wir denken an dich.



Luther schreibt in seinem Reformationslied: „Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, lass fahren dahin, sie haben keinen Gewinn.“ Das ist doch zynisch! Muss ich Luthers Zitat „...das soll dein Gott sein“ wirklich so radikal verstehen?

Die Abwertung von Familie und eigenem Leben in den Worten Luthers würde ich heute nicht so formulieren. Natürlich, „Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib“ sind mir wichtig, sehr wichtig sogar, und ich gebe viel dafür. Aber hinter Luthers Worten steht wirklich eine radikale Frage: Was setze ich an die Stelle Gottes. Erwarte ich von Geld beispielsweise, dass es mich glücklich macht und meinem Leben einen Sinn gibt? Erwarte ich von meinem Partner, dass er mich glücklich macht und mich erlöst? Und mit Luthers Worten können wir die Frage nach Leben und Tod stellen. Macht mein Leben einen Sinn, wenn ich doch sterben muss? An wen richte ich meine Sehnsucht, dass ich gehalten und geborgen bin im Leben und im Sterben? Auf meine Frau und meine Kinder, oder auf Gott?



Jesus ist der Weg und die Wahrheit. Jesus ist auch die Tür zum Himmel. Amen. Ist das richtig?

Ja!

Kontakt

Spenden

Kircheneintritt

Links

Impressum

Seitenübersicht