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Fragen und Antworten im Kreuzverhör im Go!Special am 21.10.2018 „Danke – sag ich nicht, brauch ich nicht!“


Foto: Marion Knoop

Ich kann die Gelegenheit selbst erschaffen. Kann ich dann noch dankbar sein? Auf wen? Doch wohl nur auf mich selbst.

Viel grundsätzlicher würde ich sagen: Den Augenblick Leben, den ich gerade genieße, den habe ich nicht selbst erschaffen, den kann ich nicht selbst erschaffen. Den bekommen ich geschenkt. Ich bin nicht mein eigener Schöpfer.


 

Dankbar ist man, wenn man etwas geschenkt bekommt, etwas wertvolles. Aber was für den einen wertvoll ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Der eine schenkt etwas für viel Geld, der andere freut sich über eine tolle Idee. Geht es nicht darum, in einem Geschenk etwas für mich wertvolles zu entdecken, um dankbar zu werden?

Ganz genau! Was für mich wertvoll ist, ist etwas ganz individuelles. Und so ist auch mein Empfinden von Dankbarkeit individuell. Wenn mir jemand etwas schenkt, was von seinem materiellen Wert her „wertvoll“ ist, also viel Geld gekostet hat, kann es trotzdem sein, dass es mir nicht gefällt. Oder es ist für mich nicht wertvoll, weil es so viel Geld gekostet hat, sondern weil sich da jemand viel Gedanken um mich gemacht hat, weil ich spüre, dass er mit diesem Geschenk ausdrücken will, wie wertvoll ich ihm bin.


 

Wie verhalte ich mich Menschen gegenüber, die damals „Danke“ sagen? Gibt es einen Grund, sie jemals nochmal um etwas zu bitten? Soll man denen nochmal entgegen kommen?

Natürlich kann man niemand dazu zwingen, dankbar zu sein. Und niemand ist dankbar, weil ich zu ihm sage „Nun sei mal dankbar“. Wenn ein Mensch nicht Danke sagt, dann könnte das viele, vielleicht sehr persönliche Gründe haben. Und dennoch kann ich danke sagen. Und ich kann diesen Menschen „an die Hand nehmen“ und ihn auf etwas hinweisen, was für ihn wertvoll sein könnte und was ihm geschenkt ist. Ob er es zu sehen und zu empfinden vermag, das liegt nicht in meiner Hand.


 

Wer hat das „Bitte-Danke-Sagen“ erfunden?

Das ist eine gute Frage. Ich vermute, die Dankbarkeit ist so etwas wie eine „Ur-Empfindung“ von uns Menschen. Sie entsteht in unserem Herzen seit dem Augenblick, seit dem wir in der Lage sind, über uns selbst nachzudenken und erfahren, dass wir Wesen sind, die „sich verdanken“.


 

Was würden Sie einem Kind (6 Jahre) antworten, wenn es fragt: Warum „macht“ Gott nicht, dass es allen Menschen gut geht? (Krieg, Armut in anderen Ländern)

Weil Gott uns lieb hat, sind wir keine Marionetten, sondern freie Menschen, die entscheiden können, was sie tun. Und deshalb – auch wenn ich es manchmal nicht verstehe – gibt es Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun, oder Menschen, die auf dem Rücken von anderen Menschen leben.


 

Wie ist das mit der Antwort auf ein „Danke“: „Nicht nötig“, „Dafür nicht“? Falsche Bescheidenheit?

Dankbarkeit zu empfinden und auszudrücken ist eine Sache. Sie muss aber auch ankommen können. Was steht hinter Antworten wie „Nichts zu danken“ oder „Da nicht für“?

Ja, natürlich, manchmal benutzen wir in unserem Alltag Floskeln, und das würde ich nicht immer gleich verurteilen. Aber ich bin in der Lage, das zu hinterfragen und zu versuchen, dem Dank und der Dankbarkeit eine Geste und eine Sprache geben – mitten im Alltag. Und wann immer sich jemand bei mir für etwas bedankt, versuche ich nicht einfach nur zu sagen „Dafür nicht“ oder „Nicht der Rede wert“, sondern bewusst zu sagen „Bitte schön“, „gern geschehen“ oder „es kommt von Herzen“.


 

Warum hat man keine Angst, wenn man dankbar ist?

Wer dankbar ist, der lebt aus einem Gefühl des Genügens, aus einem Vertrauen, dass für mich gesorgt ist, dass ich beschenkt werde, Fülle erfahre. Und das Vertrauen zu nähren, besiegt jede Angst.


 

Ist Sterben nicht auch ein Geschenk Gottes? Sterben gehört ja zum Leben (weiter entwickeln).

Manchmal ist das Sterben wie eine Erlösung, zum Beispiel nach einem langen und schweren Leidensweg. Dann kann man Dankbarkeit dafür empfinden, dass ein Mensch nicht noch länger hat leiden müssen. Aber auch ein der Gedanke an den eigenen Tod kann etwas Tröstliches haben, wenn ich mir klar mache, dass im Tod vollends wirklich wird, was ich schon im Leben erfahre: Wenn ich den Tod verstehe als ein Hinübergehen in die Fülle Gottes, aus der ich schon in meinem irdischen Leben jeden Augenblick lebe.


 

Was „sieht“ ein Mensch, der den Tod vor Augen hat und wie „geht“ er dann?

Das wüsste ich auch gerne. Ich habe keine Antwort darauf.

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