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Den Glauben erleben mit allen Sinnen

Andachten feiern mit den Allerkleinsten (Foto: A. Stukenbrock).

Goooonnnng... Der tiefe warme Ton der Klangschale erfüllt den Raum. Die Augen der Kinder im Estetal-Kindergarten richten sich ebenso gespannt wie aufmerksam auf ihre beiden Erzieherinnen. Im Ruheraum, der sonst nur für den Mittagsschlaf benutzt wird, hat sich eine kleine Runde der allerjüngsten Kindergartenkinder zusammengefunden, um bei der heutigen Andacht dabei zu sein.


Während die Schwingungen des Tons den Raum erfüllen, werden die Kinder ruhig. Nur die vielen gedämpften Geräusche im Hintergrund lassen erahnen, dass im restlichen Kindergarten ein lebhaftes Treiben herrscht.


„Weil man Gott nicht sehen kann, zünden wir die Kerze an“, sprechen einige der Kinder, während die Erzieherin Christiane Rohde in ihrer Mitte die kleine Kerze entzündet, die direkt neben dem Holzkreuz steht. „Die Kerze soll für uns sichtbares Symbol für Gottes Nähe sein“, erläutert ihre Kollegin Nicole Kirschbaum.


Andachten für die etwas größeren Kinder werden im Estetal-Kindergarten schon seit Jahren gestaltet. Angeregt durch eine Fortbildung Ende letzten Jahres richtet sich das Angebot nun auch speziell an die Allerjüngsten.


„Wir wollen ihnen Glauben und Religion nicht in erster Linie durch Wissen vermitteln, sondern durch Gefühle und Erleben mit allen Sinnen. Entscheidend für das Nachvollziehen von biblischen Geschichten ist das Verbinden mit der eigenen Erlebniswelt der Kinder und die Anknüpfung an ihre schon gemachten Erfahrungen“, berichten beide Erzieherinnen und stürzen sich seitdem mit viel Elan auf diese neue Herausforderung.

„Als wir den Kindern zum Beispiel die Geschichte von Jesus erzählten, der mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte, knüpften wir an die Erfahrungen der Kinder an, die sie selber beim täglichen gemeinsamen Frühstück machen: gemütlich zusammensitzen, erzählen, tauschen und teilen, das Miteinander genießen“, so Nicole Kirschbaum.


„Zunächst haben wir die Szene mit einfachen Holzfiguren nachgestellt, bevor wir Brot und Traubensaft geteilt und das Lied ‚Miteinander essen, das kann schön sein‘ gesungen haben.“


Die engagierten Erzieherinnen laden die Kinder im Alter ab etwa 1 ½ Jahren zu den Andachten ein und wiederholen diese Angebote an mehreren Tagen. „In Kleingruppen sind die Kinder viel besser zu erreichen“, sind sie überzeugt. So achten sie darauf, dass die Gruppe nicht größer als zehn bis zwölf Kinder ist. „Manchmal kommt aber auch nur eine Handvoll Kinder zusammen.“ Schließlich sei das Angebot freiwillig.


Dass nur die Kinder an den Andachten teilnehmen, die auch wirklich wollen, habe viel Ruhe gebracht. Im Gegensatz zu den Andachten mit den Älteren, die etwa 20-30 Minuten dauern, ist der Ablauf verkürzt.


In der heutigen Andacht geht es um die Geschichte vom verlorenen Schaf. Während Christiane Rohde und Nicole Kirschbaum sie erzählen, schmücken die Kinder mit ihnen gemeinsam die durch ein grünes Tuch symbolisierte Wiese mit Holz-Blumen, zählen die Schaf-Figuren, suchen und finden das verloren gegangene Schaf. Gut, dass schließlich wieder alle Schafe bei ihrem Hirten sind: „So wie der Hirte auf die Schafe aufpasst, so passt Gott auf euch auf und hat euch lieb!“


Zu „Hänschen Klein, ging allein, in die weite Welt hinein ...“ umkreist anschließend manches Kind mutig die kleine Blumenwiese mit den Holzschäfchen und „... kommt nach Haus geschwind“, genau wie das verlorene Schaf in der Geschichte. Die Kinder lieben die vertrauten Lieder, die in den Andachten gesungen werden. Sie singen kräftig mit oder lauschen gebannt.


Im Rahmen ihrer bei der Autorin und Krippenberaterin Marianne Schüler absolvierten Fortbildung hatten die Erzieherinnen viele wertvolle Anregungen erhalten, wie die kleinen Kinder am besten erreicht werden können, die noch voller Urvertrauen sind. So offen für Religion seien Kinder nie wieder, hatte die Referentin vermittelt. Wichtig sei, dass die Geschichten sowie die Andachten selbst immer ein gutes Ende hätten.


Und dann ertönt wieder ein Goooonnnng... Die Kleinen wissen, dass die Andacht zu Ende ist, als die Klangschale angeschlagen wird. Sie verlassen ganz ruhig den Raum und tauchen wieder in den lebhaften Kindergarten-Alltag ein. Die Erzieherinnen halten kurz inne, und was sie sagen, ist offensichtlich: „Wir sind sehr berührt von der Atmosphäre, die bei diesen Andachten entsteht.“ „Es ist nämlich auch für uns ein schönes Gefühl“, ergänzt Christiane Rohde lächelnd.

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