„Mann, ist das ein großer Brief, der passt ja gar nicht in den Briefkasten“ staunt der sechsjährige Maximilan aus dem St.-Paulus-Kindergarten in der Finkenstraße. Und er hat Recht: Der Brief passt wirklich nicht hinein, er ist riesig!
Zum Glück muss er auch gar nicht in den Briefkasten passen. Almut Walker, Lehrerin von der Grundschule Stieglitzweg, bringt ihn persönlich vorbei. Er enthält Antworten auf die Fragen, die unsere „großen“ Kindergartenkinder den Schulkindern gestellt haben.
Da sie im nächsten Jahr auch in die Schule kommen, wollen sie natürlich viel wissen: „Muss ich den ganzen Tag still sitzen?“, „Gibt es auch Pausen?“, „Habt ihr auch Spielzeug in der Schule?“
Dank des Modellprojektes „Brückenjahr“, das in Niedersachsen die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule verbessern und den Übergang in diesen neuen Lebensabschnitt erleichtern soll, wird ihre Neugier auch prompt gestillt.
Aber dabei bleibt es nicht. Unsere Kindergartenkinder besuchen jetzt regelmäßig die Schule. Sie lernen die Räume kennen, sie erkunden die Bibliothek, und Schulkinder lesen ihnen vor. Im Werkraum wird getöpfert, und im Musikraum dürfen die Instrumente ausprobiert werden. Sogar an einer richtigen Unterrichtsstunde nehmen unsere Kinder teil. Und auch Almut Walker lernt ihre zukünftigen Schulkinder schon richtig gut kennen.
Natürlich haben wir Erzieherinnen schon während der ganzen Kindergartenzeit versucht, die Kinder auf die Schule vorzubereiten: Wir haben ihre Selbständigkeit und ihr Selbstbewusstsein gefördert durch Spiele, Gruppenkreise, Kinderkonferenzen und vieles mehr. Darüber hinaus haben wir Fertigkeiten geübt, die sie für den Start in die Schule brauchen.
Diese Vorbereitung wird durch die Teilnahme am Modellprojekt Brückenjahr, für das unser Kindergarten ausgewählt worden ist, nun so richtig abgerundet. Bis zum Sommer 2011 finanziert das Land Niedersachsen im Rahmen des Projektes zusätzliche Erzieher- und Lehrerstunden. Dadurch können Schule und Kindergarten die Zusammenarbeit für die werdenden Schulkinder weiter ausbauen.
Das Wichtigste aber, was wir den Kindern mitgeben können, ist Gottes Segen, den wir ihnen in einem Abschiedsgottesdienst am 20. Juni in der St.-Paulus-Kirche zusprechen werden. Dann werden wir sie zwar mit etwas Wehmut, aber mit einem guten Gefühl ziehen lassen in ihr nächstes Abenteuer: Schule!
Kerstin Beier