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Mit Begeisterung in die Schule gehen

Kindergartenleiterin Christa Freese-Behrens (rechts) und Petra Kolossa bereiten die Kinder auf die Schule vor.

Über 20 Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren brennen darauf, über die Schule zu reden. Finja, Malte, Pia, Precious und Felix erzählen, dass sie in der Schule Lesen, Schreiben, Rechnen, Schwimmen, Vokabeln, Englisch, Mathe lernen. Erik, Sinan, Ahmad und Aaron berichten, dass sie „ihre“ Schule besucht haben und den Klassenraum kennen. „Ich kann bis 10 zählen. Und ich bis 50.“

Alle können ihren Namen schreiben. Anfang August ist Einschulung. Ohne Zweifel: Hier haben sich Kinder bereits auf den Weg gemacht. Sie sind reif für die Schule und brennen für diese Veränderung.

Doch sind sie gut genug gerüstet für den kommenden Lebensabschnitt, der so wichtige Weichen für das zukünftige Leben stellt? Müssten sie nicht schon längst lesen, schrei-ben, rechnen, auch ein bisschen Englisch können?

Seit einigen Jahren streitet unser Land: Mit der PISA-Studie wurde das schlechte Abschneiden unserer Schulen im internationalen und das Nord-Süd-Gefälle im deutschen Leistungsvergleich deutlich. Unternehmen klagen regelmäßig, dass vielen Schülern Grundvoraussetzungen für das Berufsleben fehlen wie Rechtschreibung, Grundrechenarten, soziales Miteinander. In TV und Presse geben Pädagogen und SuperNannys den Eltern Ratschläge, was Kinder alles können müssen.

Das verunsichert und löst bei Eltern die Sorge aus, ob ihr Kind den Leistungsanforderungen der Zukunft gerecht wird. Viele haben den Wunsch, dass so früh wie möglich mit der Wissensvermittlung begonnen wird. Berechtigterweise wollen sie, dass ihr Kind die besten Voraussetzungen für einen höchstmöglichen Schulabschluss gewinnt. Bilder entstehen, wie perfekt Kinder sein sollten.

Was bedeuten im Estetal-Kindergarten der St.-Paulus-Gemeinde Kindsein mit sechs und Vorbereitung auf die Schule?

Die Leiterin, Christa Freese-Behrens, hat darüber klare Vorstellungen: „Wir fördern Kinder in ihrem individuellen Lern- und Lebensweg, indem wir die Lernfreude wecken und erhalten.“ Zwischen drei und fünf bewegen sich Kinder in einer magischen Phase. Ihre Welt ist die der Phantasie. „Sie sollen vielfältig wahrnehmen und das in der deutschen (Mutter)-Sprache ausdrücken können, sich konzentrieren, etwas wirklich erfassen, an einer Sache dranbleiben. Das sind die Voraussetzungen, um systematisch zu lernen.“ Dazu werden die Kinder durch Angebote im Ruhe-, Kreativ- oder Bewegungsraum angeregt. Je näher sie an die Schule kommen, desto stärker wirkt die Realität. Mit sechs, dem Einschulungsalter, sind sie deshalb in einer Art Zwischenwelt.

Den Übergang in die Schule gestaltet der Kindergarten ganz bewusst. „Die Großen“ sind seit drei Monaten in einer Gruppe. Denkleistungen werden gefördert – spielerisch.

Das heißt konkret, sie lernen, „ein Mengenverständnis zu entwickeln, Vor- und Nachteile einer Sache mit der jeweiligen Wirkung zu begreifen und diese wahrzunehmen“, so Freese-Behrens. Deshalb haben die Vorschulkinder das diesjährige Faschingsfest als Projekt geplant: Wie soll das Fest ablaufen? Was gibt’s zu essen? Wie müssen wir die Dino-, Gletscher- und Prinzessinnenwelt vorbereiten? Hier war Logik gefragt: Zum Beispiel Dinos sind groß. Dafür sind DIN A-4 Blätter zu klein. Also müssen viele Blätter zusammen geklebt werden. Wenn ich eine Landschaft bauen will, ist es gut, in der Mitte anzufangen. Wie wird was angemalt?

Die Kinder lernen, die Verantwortung für ein Projekt zu übernehmen und alles selbst zu tun. „So entsteht Logik und vorausschauendes Denken“, davon ist Freese-Behrens überzeugt. Die Kinder brauchen für ihren Weg ein positives Selbstvertrauen in das, was sie können und wie sie sind nach dem Motto: Nicht alle sind gleich. Was ich nicht kann, das probiere ich. Manche können toll zuhören oder malen, lassen sich aber schnell verunsichern. Andere reden ständig und müssen lernen, auch mal die anderen zu Wort kommen zu lassen.

Was waren da die größten Erlebnisse für die Kinder? Finja erklärt aufgeregt: „Meine Freundin klettert immer. Dann bin ich auch auf dem Klettergerüst ganz hoch gestiegen. Das habe ich mich vorher nie getraut. Das war toll.“ Und Tobias setzt nach und kichert: „Schweine baumeln (kopfunter mit den Beinen am Reck hängen, die Autorin). Alles sieht ganz anders von unten aus.“

„Die Kinder stark machen“ ist das Ziel: JA und NEIN sagen können und in Konflikten die Mitte suchen. Was ärgert jemanden? Wie achte ich Grenzen und darauf, dass meine Grenzen geachtet werden?

„Menschen können nicht alles können. Wichtig ist, dass sie eine Sache richtig und sich darauf konzentrieren können: Wie komme ich an Informationen? Wie entscheide ich, was jetzt zu tun ist,“ so Freese-Behrens.

Deshalb konzentriert sich das Team auf besondere Angebote zur Verabschiedung aus dem Kindergarten und zur Vorbereitung auf die neue Rolle. Sie besuchen zum Beispiel einen Apfelhof und entdecken, wo die Äpfel in welchen Sorten wachsen, wie Saft hergestellt wird und „ich darf Trecker fahren“, rufen Malte und Kersten durcheinander.

Oder sie gehen gemeinsam zu einem Theaterstück und in die Schule. Und „wir übernachten hier – ohne Papa und Mama und Geschwister,“ Mikaela ist schon jetzt ganz aufgeregt. In die Bücherei gehen, das Angebot dort kennenlernen und wissen, wie (Hör-)bücher entliehen werden. Und was war das Tollste am Kiga? „Rakete fahren, Häuser bauen, malen, basteln“ schreien alle durcheinander. Einfach Kinder.

Sabine Fischer (Text und Foto)

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