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Merle Mörchen aus St. Paulus gewinnt Jugendandachtspreis

Zwei weitere Preise im Wettbewerb der Landeskirche gehen nach Buxtehude

Die Preisträgerin Merle Mörchen in der Klosterkirche Loccum (Foto: Ilse Mörchen)

Pastor Mathis Burfien, Oberlandeskirchenrätin Dr. Nicola Wendebourg Laudatorin Julia Schönbeck, Merle Mörchen, Philipp Poisel (von links). (Foto: Patrice Kunte/Landeskirche Hannovers)

Merle Mörchen aus der St.-Paulus-Kirchengemeinde hat beim Jugendandachtspreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers den dritten Platz belegt. Ihren Preis hat sie bei der Feierstunde am Sonntag, 10. März 2019 im Kloster Loccum entgegen genommen.

Zum zweiten Mal wurde im altehrwürdigen Kloster Loccum der Jugendandachtspreis der Hannoverschen Landeskirche verliehen. Das Thema, ein Bibelvers, war zuvor über eine Abstimmung bei Instagram ermittelt worden: „Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17). Den dritten Platz und je 300 Euro teilten sich Merle Mörchen (15) aus Buxtehude und Nele-Marie Hagen (18) aus Diepholz. Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Platz belegte Philo Hirte (17) aus Hannover. Platz zwei und 500 Euro gingen an eine Gruppe von ehemaligen Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Kirchengemeinde Eime (Kreis Hildesheim).

Auch zwei weitere Auszeichnungen gingen nach Buxtehude: Den Sonderpreis in der Kategorie Gegenwartsbezug erhielt Charlene Hüsgen (20). Eine besondere Würdigung für ihre Andacht sprach die Jury zudem Pia Zoch, Hannah Bauer und Jennifer Gehrke zu.

Rund 300 Gäste waren zu dem Festakt in das mehr als 850 Jahre alte Gotteshaus gekommen, bei dem vor allem die Worte wärmen mussten – die Heizung war an dem Tag ausgefallen. Der feierlich-fröhlichen Stimmung tat dies keinen Abbruch. Dafür sorgte auch der musikalische Stargast des Abends: Philipp Poisel („Wo fängt dein Himmel an?“) spielte exklusiv für die Preisträgerinnen und Preisträger und ihre Angehörigen.

Für Wettbewerbsorganisator Pastor Mathis Burfien ist der Andachtspreis ein wichtiger Teil der theologischen Nachwuchsförderung. Die Gewinnerin von 2016, Julia Schönbeck, studiert inzwischen Theologie. Waren es seinerzeit bei der Premiere noch 26 eingereichte Arbeiten, so hat sich die Zahl nun fast vervierfacht: Insgesamt 94 Andachten hat die Jury gesichtet. „Ich möchte gerne jungen Menschen Mut machen und sie darin unterstützen, eine eigene Sprache für ihren Glauben zu entwickeln“, sagt Pastor Burfien.

Die Preisträgerin von 2016, Julia Schönbeck, würdigte die Arbeit der Drittplatzierten Merle Mörchen und vor allem ihre Naturschilderungen: „Ich spüre die Wiese, auf der Du Deine Andacht feiern willst.“ Sie sei beeindruckt, wie die 15-Jährige alltägliche Momente mit biblischen Geschichten verbunden habe. Dabei war Merle Mörchen zunächst ganz pragmatisch herangegangen: Sie hatte sich mit der Definition des Duden auf das Thema Freiheit eingestimmt: „Ich hatte die Idee, in kurzen Momentaufnahmen Freiheit zu beschreiben und kam dann darauf, das mit der Definition aus dem Duden zu vergleichen.“

Die Andacht von Charlene Hüsgen wurde für ihren Gegenwartsbezug mit einem Sonderpreis in Höhe von 100 Euro gewürdigt. „Ich habe einige Monate lang über das Thema nachgedacht und in meiner Umwelt nach Zusammenhängen gesucht, welche ich dann mit in die Andacht habe einfließen lassen,“ erklärt Charlene Hüsgen die Entstehung ihrer Andacht. Pia Zoch, Hannah Bauer und Jennifer Gehrke erhielt die besondere Würdigung für die Inszenierungsidee ihrer Andacht: „Weil uns das Thema Freiheit selber nicht so klar war, wollten wir den Zuhörern den Text näherbringen. Wir haben die Andacht dann so wie ein Theaterstück geschrieben. Ein Mädchen kann nichts mit dem Bibelwort anfangen und versteht es nicht. Eine andere Person versucht dann, den Bibelvers zu erklären. Daraus entwickelt sich ein Gespräch, die beiden finden dabei eigene Worte. Ich glaube, wir haben ein paar gute Botschaften in der Andacht.“

Für Jury-Mitglied Jochen Arnold, Direktor des Michaelisklosters in Hildesheim, zeigt die hohe Beteiligung, „dass wir mit dem Freiheitsbegriff offenbar einen Nerv getroffen haben – auch all jener, die auf der Suche sind“. Zugleich scheine die kirchliche Jugendarbeit „frommer“ zu werden; aktuelle Jugendstudien sprächen von einer „Generation Worship“. Junge Leute wollten die befreiende Botschaft der Bibel erfahren und teilen. „Damit öffnen sie auch für uns als Kirche neue Horizonte. Was sie sagen, ist relevant und glaubwürdig“, betonte Arnold.

Sind Andachten überhaupt noch wichtig und zeitgemäß für Jugendliche? „Bei uns in der evangelischen Jugend sind Andachten schon wichtig und wir feiern öfter mal welche, nach dem Konfirmandenunterricht zum Beispiel. Und viele finden das sehr schön,“ sagt Merle Mörchen. Dem stimmt Charlene Hüsgen zu: „Andachten sind erst recht für Jugendliche wichtig. Die meisten möchten beliebt sein und so wie alle anderen auch, aber so kann keine Entwicklung entstehen. Jeder muss allein denken und handeln. Einer Andacht hören Jugendliche mehr zu, meist werden sie von anderen Jugendlichen gehalten und daher bekommen sie mehr Aufmerksamkeit als zum Beispiel eine Predigt.“

Ein besonderes Bonbon erhalten die Gewinner der ersten drei Plätze des Andachtspreises: Die Neugestaltung ihres Jugendraumes. Wie das genau aussehen kann, vermag Architektin und Jurymitglied Gesche Grabenhorst noch nicht zu sagen: „Wir haben den Gemeinden einen umfangreichen Fragenkatalog geschickt, danach beginnen wir mit der Planung.“ Die Professorin in Bielefeld wird sich im nächsten Semester mit ihren Studierenden an die konkrete Umsetzung machen.

„Mit jedem deiner Fehler lieb’ ich dich mehr“, sang Philipp Poisel in das kalte Kloster hinein. Die Kirche meinte er damit nicht. Im Gegenteil: Viele seiner Texte könnten auch gut in eine Andacht passen, wie nicht nur Veranstalter Mathis Burfien meinte. Auf dessen Frage, ob das Gebet in Philipp Poisels Leben eine Rolle spiele, sagte der Sänger: „Ja, auf jeden Fall.“

(Lothar Veit/Landeskirche Hannovers)

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