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Das Nordfenster der St.-Paulus-Kirche

Betritt man die St. Paulus Kirche in Buxtehude, nimmt man zunächst die besondere architektonische Raumgestaltung wahr. Man befindet sich nicht in einem klassisch strukturierten rechteckigen Kirchenschiff, sondern eher in einem unsymmetrischen Kirchen“zelt“. Rote Ziegelwände vermitteln ein warmes Raumgefühl, welches unterstützt wird durch den Parkettfußboden und die hölzerne Deckenkonstruktion.

Licht fällt in die Kirche hauptsächlich durch die gläserne Nordwand. Mit ca. 55 Quadratmeter Größe kann man nicht mehr von einem „Kirchenfenster“ reden. Diese „Kirchenfensterwand“ wurde gestaltet vom Hamburger Künstler Gerhard Hausmann (geb. 1922; zu Vita und Werk des Künstlers s. www.gerhardhausmann.de). Zum Bau der 1972 eingeweihten Kirche wurde die Gestaltung der Fensterwand ausgeschrieben. Der damalige Kirchenvorstand wählte unter vier Entwürfen den hier realisierten aus.


Drei wappenähnliche Zentralbilder, rot umrandet, fallen deshalb besonders auf, weil die umgebenden Glaselemente wie ein Rahmen wirken. Der äußere Rahmen ist im oberen Bereich in verschiedenen Blautönen des natürlichen Himmels gehalten, im unteren Bereich kommen einzelne irdene Brauntöne hinzu. Himmel und Erde sind – im wahrsten Sinne des Wortes – die Umgebung für das Zentrum, d.h. das zentrale Geschehen.


Der mittlere Bereich der Fensterwand, in dem die drei wappenähnlichen Felder hervorleuchten, lässt das Licht fast ungebrochen hindurch. Die Felder sind durch ein rotes Band, das jedes einzelne umschließt, miteinander verbunden. Dass die rote Farbe auf das Blut Jesu hindeutet, wird sowohl durch den gewählten Rotton als auch durch das zentrale Mittelfenster verdeutlicht. Hier sind auf blauem Grund fünf stilisierte Blutstropfen zu sehen: ein Hinweis auf die – in der Kunstgeschichte oft zitierten – fünf Wunden Jesu am Kreuz (die Wunde der Dornenkrone, die Wunden der linken und der rechten Hand, die Seitenwunde sowie die eine Fußwunde gemäß der Vorstellung nach der beide Füße Jesu übereinander durchnagelt wurden). Der Künstler hat dieses Motiv des öfteren verwendet, z.B. auch in der St. Elisabethkapelle in Lohne. In der kirchlichen Kunsttradition weisen die fünf Blutstropfen auf die Aussage im Jesajabuch Kap. 53,5: „durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Die Blutstropfen im Mittelfenster wirken wie in Wassertropfen eingeschlossen. Ein möglicher Hinweis auf die Verbindung von Erlösung (am Kreuz = Blutstropfen) und Taufe (am Taufstein vor der Fensterwand = Wassertropfen).


Auf beiden Seitenfelder findet man jeweils direkt im Zentrum einen verkleinerten Blutstropfen wieder. Das linke Feld zeigt den Blutstropfen (ohne umgebenden Wassertropfen) umgeben von vier Lilien. Diese Blume gilt in der christlichen Symbolik als ein Zeichen der Reinheit vor Gott. Die Lilien liegen symmetrisch ausgerichtet auf einem blauen Quadrat, in welchem – bei genauem Hinsehen – vier Tauben (manche erkennen darin Engel) eingezeichnet sind. Dieses Feld zeigt einen feinen optischen Trick. Man kann vier blaue Pfeile erkennen, die auf den Bluttropfen weisen; genauso kann man ein blaues Quadrat sehen, von dem vier kleine Balken abstehen, ähnlich wie bei einem mittelalterlichen Tafelkreuz. Man muss sich allerdings entscheiden, welchen optischen Eindruck man erhalten möchte. Beides zugleich kann man nicht wahrnehmen.


Das rechte Fensterfeld zeigt wiederum den Blutstropfen (ohne umgebenden Wassertropfen) als Zentrum. Anstatt der Lilien erkennt man hier stilisierte laub- und fruchttragende Äste. Hinter ihnen erscheint ein in hellblau gehaltenes Kreuz, das aus fließendem Wasser zu bestehen scheint.

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