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Pastor Heinrich Römisch und die Anfänge der St.-Paulus-Gemeinde

Pastor Heinrich Römisch wie ihn die Gemeinde kannte

So einer war selten geworden in der Kirche. Heinrich Römisch, Jahrgang 1917, Pastor in Ruhe seit 1979 und bis zu seinem Tod 2011 ein „Mann Gottes“ in beinahe alttestamentarischem Sinn. Der Mann, der Geburtshelfer der St.-Paulus-Kirchengemeinde wurde, widmete sich auch während seines Ruhestandes noch Tag für Tag Fragen des Glaubens und seiner Verkündigung.

Heinrich Römisch korrespondierte mit Gott und der Welt über diese Themen, er schrieb umfangreiche „Denk-Zettel zu Glaubenssachen“, stritt mit Bischöfen über den rechten Weg der Kirche und war davon überzeugt, dass er selbst diesen rechten Weg ein ordentliches Stück gegangen ist:

30 Jahre als Gemeindepfarrer, als nebenamtlicher Militärseelsorger in der Estetalkaserne, als nebenamtlicher Religionslehrer an der Halepaghenschule, als Hausbesucher bei tausenden von Gemeindegliedern, im Krankenhausdienst und im Altenheimsdienst, als Förderer der Ökumene insbesondere mit der benachbarten katholischen Gemeinde St. Maria, nicht zuletzt auch als Planer und Bauherr für den Kirchenneubau an der Finkenstraße.

Eine beeindruckende Lebensleistung, die kaum vollständig gewürdigt werden kann ohne daran zu erinnern, dass Heinrich Römisch 1937/38 seine ersten theologischen Studien in Seminaren der Bekennenden Kirche belegte, also in illegaler und lebensgefährlicher Opposition zum verbrecherischen Hitler-Regime.

1961 war Römisch mit seiner Frau aus Hannover nach Buxtehude gekommen. Er übernahm in Altkloster die 3. Pfarrstelle der St.-Petri-Kirche mit anfänglich 7.000 später über 13.000 Gemeindegliedern. Die Altklosteraner fühlten sich jedoch seit je her von den St.-Petri-Jüngern stiefmütterlich behandelt.

In einer alten Festschrift aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der St.-Paulus-Gemeinde findet sich dazu diese Textstelle : „Ererbte Feindseligkeit fand an der Unterrichtstagen willkommene Gelegenheit, zwischen den Konfirmanden Buxtehudes und Altklosters handfeste Raufereien auszutragen; vermutlich ein Grund, weshalb mindestens die Jungen gerne zum Konfirmandenunterricht gingen.“

So gesehen war die Gründung einer eigenständigen Gemeinde für ganz Buxtehude ein Schritt zum Frieden: „Seit die Altklosteraner aber ihr eigenes Gemeindehaus haben, liegt das Kriegsbeil an der entschärften Gemeindegrenze (die Bahnlinie) tief vergraben, weil keine Gelegenheit zu organisierter Begegnung mehr gegeben ist.“

In dem tatkräftigen neuen Pastor fanden die Altklosteraner jedenfalls den richtigen Mann, die gewünschte Selbständigkeit offen zu fordern und schließlich der Landeskirche auch abzutrotzen. Auch mit dem Beginn seines Ruhestandes ist Heinrich Römisch in Buxtehude geblieben und war bis zu seinem Tod Gemeindeglied in St. Paulus.

Wenn heute die St.-Paulus-Kirchengemeinde als lebendige, erfolgreiche und glaubensfeste Gemeinde beschrieben werden kann, dann - so sagte es ihr erster Pastor Römisch ganz selbstbewusst - „weil ich dafür ein gutes Fundament gelegt habe.“

Dass er das natürlich nicht ganz allein gelegt hat, sagte Römisch im gleichen Atemzug. Es sei gelungen, mit Hilfe der vielen Bezirkshelferinnen und -helfer die gesamte Gemeinde zu erfassen und zu beteiligen.

Um den rechten Glauben hat der Pastor sich damals kaum sorgen müssen: „Die meisten Gemeindeglieder kamen damals als Flüchtlinge aus dem Osten. Sie brachten ihren festen Glauben gleichsam als Erbstück mit.“

Heiko Tornow

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