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Geistliche Mitte in Buxtehude-Süd - Pastor Schomeruns erinnert sich an die Anfänge der St.-Paulus-Gemeinde

Die St.-Paulus-Kirche, die am Rande der Stadt gebaut wurde, wird zur neuen Mitte in Buxtehude-Süd.

„Eine neue geistliche Mitte brauchte es, die alle Menschen in Buxtehude-Süd bindet und fesselt,“ so fasst Pastor Christhard Schomerus den Grundgedanken zusammen, der hinter der Gründung der St.-Paulus-Kirchengemeinde stand. Zum 1.1.1964 wurde die Gemeinde gegründet. Schomerus besetzte damals neben dem Gründungspastor Heinrich Römisch die zweite Pfarrstelle der neuen Gemeinde.


Die Gemeinde wuchs bereits vorher heran. Nach dem 2. Weltkrieg boomte Buxtehude-Süd. Einheimische, ausgebombte Hamburger, junge Familien, Flüchtlinge, Heimatvertriebene, Soldaten der Kaserne – sie alle sorgten dafür, dass sich der Stadtteil rasant besiedelte und entwickelte.


Bereits 1955 wurde das Gemeindehaus Altkloster gebaut und damit ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Kirchengemeinde Buxtehude eingeleitet, damals mit St. Petri als Zentrum in der Altstadt. Den sich neu ansiedelnden Menschen in Buxtehude-Süd in ihrer Nähe ein Haus zu geben, in dem sie sich im Namen Jesu Christi versammeln konnten, das war das Urmotiv der Gründung der St.-Paulus-Gemeinde.


In der Gründungsurkunde des Gemeindehauses in Altkloster wird das so beschrieben: „Das Gemeindehaus soll mit seinem Kirchensaal eine öffentliche Stätte für die Verkündigung des Evangeliums sein, es soll der gesamten Gemeinde, ihren Männern, Frauen, der Jugend und Kindern dienen.“


In dieser Keimzelle Altkloster begann ein reges Leben. Die zunehmende Zahl von Trauungen und Taufen ließ erkennen, dass das neue Gemeindehaus angenommen wurde und sich im Umkreis unaufhaltsam eine eigenständige Gemeinde herausbildete.


Heinrich Römisch war Pastor der St.-Petri-Gemeinde und wohnte im Gemeindehaus Altkloster. Er preschte mit der Idee der Eigenständigkeit vor. „Ihm war klar, dass Gemeinde da ist, wo die Menschen wohnen“, sagt Christhard Schomerus. „Er hatte erkannt, dass die Vielfalt der Menschen in Buxtehude-Süd einen Ort brauchte, wo sie sich auch entfalten konnte.“ Römisch fand bei den Kirchenaktiven in Buxtehude-Süd offene Ohren, und so trieb er die Gründung voran. Anfang der 60er Jahre wurde die schrittweise Ablösung von St. Petri vollzogen.


Viele Diskussionen wurden im damaligen Kirchenvorstand St. Petri geführt mit ernsthaften Bedenken: Wo soll die Grenze zwischen St. Petri und der neuen Gemeinde liegen? Wie erfolgt die finanzielle Teilung und Ablösung? Welche Wirkung wird eine Trennung bei den Menschen haben? Schließlich war die jahrhundertealte St.-Petri-Kirche ein mehr als würdiger geistlicher Mittelpunkt von Buxtehude.


Erst seit 1931 war das bis dahin eigenständige Altkloster ein Stadtteil von Buxtehude. Die Kirchenvorsteher befürchteten das Aufbranden neuer Rivalitäten und Abgrenzungen. „Ererbte Feindseligkeiten wurden zwischen den Konfirmanden von Altkloster und Buxtehude in handfesten Raufereien ausgetragen“, erzählt Schomerus lachend. Sinnigerweise wurde das Kriegsbeil mit der Gründung der Gemeinde begraben – es gab keine Gelegenheit mehr zu organisierter Begegnung.


Alle Bedenken wurden geklärt. So wurde zum 1. Januar 1964 als zweite Kirchengemeinde in Buxtehude die St.-Paulus-Gemeinde gegründet. Die Gründungsurkunde legte fest, dass zur neuen Gemeinde der südlich der Bahnlinie Hamburg-Cuxhaven liegende Teil der Stadt gehören solle. Die bisherige 2. Pfarrstelle der St. Petri-Gemeinde ging auf die St.-Paulus-Gemeinde über. Zugleich wurde die Errichtung einer zweiten Pfarrstelle für St. Paulus festgehalten.


Die innerhalb des Gebietes der neuen Gemeinde wohnenden Kirchenvorsteher wurden zu den ersten Mitgliedern des neu zu bildenden St.-Paulus-Kirchenvorstandes bestimmt. Aus dem Vermögen der St.-Petri-Gemeinde ging das Grundstück mit dem Gemeindehaus Altkloster (einschließlich der Schuldenbelastung von 140.000,- D-Mark) auf die neue Gemeinde über.


Nach der Gründung wurde schnell klar, dass das Gemeindehaus Altkloster als Zentrum nicht reicht. Die Gemeinde wuchs unaufhörlich - von 9.000 Gemeindemitgliedern bei der Gründung auf 13.000 in den 70er Jahren. Das Wachstum stellte Anforderungen „an eine große Beweglichkeit und viel liebevolle Phantasie“, so Schomerus. „Es war irrsinnig spannend, aus der bisherigen Tradiertheit der Kirche neue Formen zu entwickeln.“


Vielfalt in den Gottesdienstformen, offene Gottesdienste mit Diskussionen und Kontroversen: Alle Menschen, alle Schichten der Bevölkerung fanden mit ihren Ideen und ihren unterschiedlichen Lebenserfahrungen in St. Paulus Platz und Raum. Das Gemeindehaus platzte schnell aus allen Nähten. Gottesdienst in einem Mehrzweckraum konnte immer nur eine Notlösung sein, darüber waren sich Pastoren und Kirchenvorsteher einig.


Es brauchte einen neuen Ort der Begegnung. Schnell nach der Gemeindegründung begann das Überlegen und Planen für den Bau einer neuen Kirche. Sieben Jahre dauerten Planung und Bau der St.-Paulus-Kirche am heutigen Platz. Damals lag die Finkenstraße am Rande der Stadt. Bald jedoch wurde die St.-Paulus-Kirche zum Zentrum in einem völlig neu besiedelten Stadtteil. „Die Kirche und die neue Gemeinde gab“, so sagt es Pastor Schomerus, „ihrem Namensgeber, dem Apostel Paulus, Recht: In die Welt gehen und mitten in der Vielfalt dieser Welt das Evangelium verkünden, um den Menschen damit Halt und Kraft zu geben.“

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