Der Himmel über St. Paulus (© St.-Paulus-Kirchengemeinde)

Kinderschutz & Prävention sexualisierter Gewalt: Ein Informations- und Gesprächsabend am 12. März um 19:30 Uhr

Pressemitteilung Buxtehude, 19. Februar 2024

Der unabhängige Forschungsverbund ForuM hat im Januar seine Studie „Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie macht deutlich, dass es viele Fälle sexualisierter Gewalt in den deutschen evangelischen Kirchen gab und legt den Fokus darauf, die Faktoren zu identifizieren und zu untersuchen, die in den evangelischen Kirchen und in der Diakonie bis heute sexualisierte Gewalt ermöglichen und Aufklärung verhindert oder verzögert haben.

Wir möchten Ihnen – Gemeindegliedern, Eltern, Interessierten – vorstellen, mit welchen Konzepten und Maßnahmen wir diesem Thema begegnen und dazu Rede und Antwort stehen.

Dabei ist unser Bestreben alle Arbeitsbereiche kirchengemeindlichen Lebens mit ihren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen, vom Kindergottesdienst über die Kirchenmusik, Konfirmandenarbeit und die diversen Formate für Kinder und Jugendliche bis zur Seelsorge und auch die Kindertagesstätten im Blick zu haben.

Es geht uns um Transparenz und darum mit Ihnen im Austausch zu sein.

Dazu laden wir am Dienstag, den 12. März um 19:30h in die St. Paulus Kirche (Finkenstraße 53, Buxtehude) ein!

Pastor Stephan Jannasch (Vorsitzender des Kirchenvorstandes)

Ilse Mörchen (Diakonin)

Stefanie Hartun (Leiterin der KiTa Estetal)

Kerstin Beier (Leiterin der KiTa St. Paulus)

Die Zahl von 122 Fällen, die wir jetzt für die Landeskirche Hannovers vorlegen, bildet ausdrücklich nur einen Ausschnitt davon ab, wie viele Betroffene seit 1945 in unserer Landeskirche Sexualisierte Gewalt erlitten haben. Die Zahlen machen zudem deutlich, wie auch Strukturen gerade in der evangelischen Kirche sexualisierte Gewalt ermöglichen.

Die heute vorgestellte ForuM-Studie legt den Fokus darauf, die Faktoren zu identifizieren und zu untersuchen, die in den evangelischen Kirchen und in der Diakonie in der Vergangenheit und bis heute sexualisierte Gewalt ermöglichen und Aufklärung verhindert oder verzögert haben. Die in der Studie genannten Zahlen und die aktuelle Diskussion um die Zahlen dürfen nicht den Blick auf die Beiträge der Betroffenen verstellen.

Die Strukturen, die in unseren Landeskirchen einer konsequenten Aufklärung entgegenstanden und -stehen, wurden untersucht. Wichtig war, dass die Perspektive der Betroffenen dabei neben der Aktenlage maßgeblich im Fokus stand. Mit ihnen gemeinsam müssen wir jetzt zunächst sorgfältig die Ergebnisse und Empfehlungen analysieren. Die Schlussfolgerungen dieser Analyse sind grundlegend für die weitere Umsetzung von Aufarbeitung und Prävention. 

Wir müssen in unserer Kirche weiter an einer Kultur arbeiten, in der Sexualisierte Gewalt keinen Raum hat und in der Betroffene ermutigt werden, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Landesbischof Ralf Meister

Zahlen aus der Landeskirche

110 Fälle sexualisierter Gewalt in der Landeskirche Hannover

Aus der Studie ergeben sich für die Landeskirche Hannovers 110 Fälle sexualisierter Gewalt mit 110 beschuldigten Personen und mindestens 140 betroffenen Personen, die zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sind. Unter den 110 Beschuldigten sind 62 Pastoren.

Alle Fälle, in denen die beschuldigten Personen noch leben, hat die Landeskirche den Staatsanwaltschaften vorgelegt. In den Fällen, die bisher nicht öffentlich bekannt sind, macht die Landeskirche Details grundsätzlich nur nach Zustimmung der Betroffenen öffentlich. 

Seit der Datenübergabe an den Forschungsverbund sind in der Landeskirche noch weitere zwölf Fälle aus dem Bereich der sexualisierten Gewalt bekannt geworden, unter den Beschuldigten ist eine Pfarrperson. Insgesamt sind der Landeskirche aktuell 122 bestätigte Fälle oder Verdachtsfälle auf Sexualisierte Gewalt bekannt. Unter den beschuldigten Personen sind 63 Pastoren (alle männlich).